<TEI xmlns="http://www.tei-c.org/ns/1.0" xmlns:py="http://codespeak.net/lxml/objectify/pytype" py:pytype="TREE"><text><body><div type="edition" n="urn:cts:greekLit:tlg2959.tlg002.opp-grc1" xml:lang="grc"><div type="textpart" subtype="chapter" n="19"><div type="textpart" subtype="section" n="8"><p>Antw. Daß irgendein Nichtwissen bei Gott ist, das zu sagen scheint <lb n="10"/> mir ungeziemend zu sein; denn fremd ist dies der göttlichen Natur. Aber
daß wiederum, wenn er, Kenntnis des Zukünftigen habend, den Teufel
geschaffen, er schuldig ist am Bösen, ebenso auch sage ich, daß dieses
ungeziemend sei.</p></div><div type="textpart" subtype="section" n="9"><p>Ich sage aber gleichwolh die Ursache aus, wegen welcher Gott, <lb n="15"/> das Zukünftige vorauswissend, diesen geschaffen; ich sage aber nun dies,
daß Gott, guten Wesens seiend, nicht wollte, daß sein Rechttun verborgen 
bleibe und er deshalb nicht bekannt werde, Deshalb hat —
auch voraus wissend, daß der Teufel abfallen werde, wie die Menschen
sündigen machen und übertreten sein Gebot —, damit vielmehr der freie
<lb n="20"/> Wille dem Menschen sich zeige, Gott ihn geschaffen, damit das Über- 
<note type="footnote">3 De sanguis. 3
S Ezn
1 »Wenn aber«: »sagen sie« + Ezn 3 »Ungehorsam«: »Zu denen, die
sagen: Wußte Gott, daß der Teufel böse werden würde, oder wußte er es nicht?«
+ in roter Schrift S 3f »ob Gott—habe« Z. 4: »Wußte Gott . . oder wußte
er es nicht« Ezn 5 »dessen, was er werden würde«: viell. »des Zukünftigen«
6 »welche—Wahrsager« Z. 8: »und ihn doch erschuf, so ist Gott selbst die Ursache 
von dessen Abwendung vom Guten; aber wenn er es nicht wußte, wie erschuf 
er den, von welchem er nicht wußte, wie er werden würde?« Ezn
7f viell. »wird er von Größerem unschuldig sein« 9 »Antwort« + Ezn | 
»das—zu sein« Z. 10: »ist eine ungeheure Torheit« Ezn 10 »denn fremd
—welcher« Z. 14 &lt; Ezn 11 »habend« S 29v 14 »Gott«: »er allein« Ezn
15 »diesen — dies« &lt; Ezn 15 »Rechttun« »Wohltat«: »Edelmut« Ezn
17 »und er — werde« &lt; Ezn 18 »abfallen — sündigen machen« Z. 19: »ein
Verleiter und Verführer der Menschen sein würde« Ezn 20 »zeige«: »DAß, wenn
der Mensch allein ein Wissen des Guten wußte, er nicht wüßte den Unterschied
des Bösen« + in rote Schrift S 20f Iren. IV, 39, 1 magnanimitatem . . 
praestante Deo</note>

<pb n="199"/>
schwängliche seiner Güte den Menschen bekannt würde, wegen der
Darreichung des »Erlasses der ersten Sünden«, nicht aber immer das
Böse festzuhalten, um dessentwillen sie jenem ungehorsam waren, gehorchten 
aber dem geschaffenen Knecht; deschalb sage ich, daß Gott,
<lb n="5"/> obwolh er sehr wohl wußte, daß er ein solcher werden werde, den
Teufel geschaffen, damit er seine Güte den Menschen zeige, auf daß
der Mensch die Gnade Gottes erkenne, damit sein Vielfältiges die Menschen
erkennen.</p></div></div></div></body></text></TEI>