<TEI xmlns="http://www.tei-c.org/ns/1.0" xmlns:py="http://codespeak.net/lxml/objectify/pytype" py:pytype="TREE"><text><body><div type="edition" xml:lang="deu" n="urn:cts:greekLit:tlg2018.tlg010.1st1K-ger1"><div type="textpart" subtype="book" n="1"><div type="textpart" subtype="chapter" n="38"><p>Demgemäß
<lb n="5"/> aber existiert Eine höchste, Zeugende, verständige und vernünftige
οὐσία, und shcön hat man gesagt, daß Eines auch das Geschlecht dieser
<supplied reason="undefined" resp="#editor">Menschen</supplied> ist und <supplied reason="undefined" resp="#editor">daß</supplied> sie in nichts sich unterscheiden von Brüdern,
die alle von Einem, gleichsam von eben dem Vater des Wortes Gottes,
geschaffen sind. Es gibt aber Myriaden Völker und Geschlechter <corr resp="#editor">von</corr>
<lb n="10"/> gutem und dem entgegengesetzten <supplied reason="undefined" resp="#editor">schlechten</supplied> Anteil und mannigfache,
unzählbare Unterschiede im Denken und Moden und Lebersweisen <corr resp="#editor">von</corr>
<supplied reason="undefined" resp="#editor">einander</supplied> entgegengesetztem Zustand, aber keineswegs von <supplied reason="undefined" resp="#editor">entgegengesetzter</supplied>
Natur; den die Natur aller ist Eine und das Geschlecht ist Eines
und dasselbe. Infolge der Verschiedenheit ihres Willens vielmehr haben sie
<lb n="15"/> viele Moden und verschiedene Lebensweisen gefunder: daher die Scharen
der Engel, der Geister und der leiblosen und unsichtbaren Kräfte, die
teils leuchten und funkeln, erleuchtet von den Strahlen des göttlichen
Logos, die teils finsterer und schwärzer als alle Kuschiten <supplied reason="undefined" resp="#editor">sind</supplied>, ausgelöscht
<supplied reason="undefined" resp="#editor">und beraubt</supplied> jedes vernünftigen Lichtes. Gar sehr aber verdient
<lb n="20"/> dieses Geschlecht <supplied reason="undefined" resp="#editor">der Menschen</supplied> den mittleren Teil <supplied reason="undefined" resp="#editor">der Welt</supplied>,
da ihm die Fülle des Bösen zumal und des Guten zu teil wurde. Ein
König aber, Eine einzigartige Macht, der Gott, der höher als alles, was
im Himmel und über dem Himmel <supplied reason="undefined" resp="#editor">ist</supplied>, <corr resp="#editor">er</corr> ist es, der die <supplied reason="undefined" resp="#editor">Dinge</supplied> der
Luft, die auf Erden und unter der Erde, der alles in allem durch <milestone unit="altnumbering" n="17"/>
<lb n="25"/> königliches Gesetz und Wort beherrscht. Gesetz und Wort aber ist
Einer: der in allem Lebendige, das wirksame Wort Gottes, <supplied reason="undefined" resp="#editor">wirksam</supplied>
keineswegs wie das sterbliche <supplied reason="undefined" resp="#editor">Gesetz und Wort</supplied>, das aus dem Munde
der Sterblichen in die Luft verweht wird, sondern sie uns jetzt klar
ist aus dem, was er imstande war zu schaffen — alles mi taller Kraft
<lb n="30"/> un Weisheit lenkend, er, der als Logos <corr resp="#editor">Gottes</corr> durchaus gerecht allen
die ihnen passenden Lose zuteilt und die einem jeden von ihnen zukommenden
Plätze anweist: die nächstgelegenen gibt er der <supplied reason="undefined" resp="#editor">Schar der</supplied>
Glückseligkeit, die entgegengesetzten aber denen, die vom Besseren abgefallen
sind, wie sie es verdienen, und alle zumal läßt er um neben
<note type="footnote">7 vgl. Platon Politeia 415; Clemens Alex. Stromateis 705; Praep. XIII 13 18</note>
<note type="footnote">9 „und von “Σ str. <foreign xml:lang="abbr">ABBREV</foreign> 11 „und einen entgegengesetzten Zustand“ Σ, aber
1.	<foreign xml:lang="abbr">ABBREV</foreign> 23 „und er“ Σ str. <foreign xml:lang="abbr">ABBREV</foreign> 30 lies <foreign xml:lang="abbr">ABBREV</foreign> statt <foreign xml:lang="abbr">ABBREV</foreign> <supplied reason="undefined" resp="#editor">Druckfehler</supplied></note>

<pb n="v.3.pt.2.p.57"/> 
dem Himmelreich zu frohlocken, die anderen, um draußen Wache zu
halten, noch andere, um jenseits in der Ferne zu leben, alle aber, um
mit Eimem Munde Gott, den König des Alls, mit ihrem Unterricht und
ihrer Lehre zu preisen, auf daß sie dies Gesetz in ihren Herzen und
natürchen Gedanken tragen: den Einen zu bekennen, der das Ebenbild <lb n="5"/>
des Reiches ist, der der eingeborne Logos ist, der das Bild des
unsichtbaren Gottes ist, der Erstgeborne aller Kreaturen, wie die göttlichen
Worte mystisch lehren.</p></div></div></div></body></text></TEI>