<TEI xmlns="http://www.tei-c.org/ns/1.0" xmlns:py="http://codespeak.net/lxml/objectify/pytype" py:pytype="TREE"><text><body xml:lang="deu" n="urn:cts:greekLit:tlg0057.tlg057.cmg-deu1"><div type="edition" xml:lang="deu" n="urn:cts:greekLit:tlg0057.tlg057.cmg-deu1"><div type="textpart" subtype="book" xml:base="urn:cts:greekLit:tlg0057.tlg057.cmg-deu1" n="6"><div type="textpart" subtype="chapter" xml:base="urn:cts:greekLit:tlg0057.tlg057.cmg-deu1:6" n="6"><div type="textpart" subtype="section" xml:base="urn:cts:greekLit:tlg0057.tlg057.cmg-deu1:6.6" n="18"><p>Denn auch die Heilmittel, die die Geschlechtsteile anspannen, sowohl die zur Einnahme (bestimmten) als auch diejenigen, die man in der Bauchfell- und Lendengegend appliziert, sind alle warm und blähend, wie alle gegenteiligen (Heilmittel) nicht blähen und eher kühlen als wärmen. </p></div><div type="textpart" subtype="section" xml:base="urn:cts:greekLit:tlg0057.tlg057.cmg-deu1:6.6" n="19"><p>Man muss aber auf meine Worte aufpassen und nicht achtlos an ihnen vorbeigehen. Ich sagte nämlich „Heilmittel“, nicht Speisen, weil einige Speisen die Entstehung von viel Samen fördern und aus diesem Grund den Trieb zur Wollust verschärfen. Dies bestätigt meine Rede, in der eben ausgeführt wurde, dass sogar diejenigen, die sich dem Geschlechtsverkehr enthalten, manchmal vom Priapismus befallen werden. Das kommt bei denjenigen vor, die viel Samen haben und sich entgegen ihrer Gewohnheit vom Geschlechtsverkehr fernhalten, immer wenn sie nicht mit Anstrengung durch die Menge an körperlichen Übungen den Überschuss an Blut verwalten, und am meisten <pb n="451"/>diejenigen von ihnen, die sich einerseits nicht vom Gedanken am Geschlechtsverkehr befreit haben, wie die, die besonnen sind und über längere Zeit eine solche Enthaltsamkeit ausgeübt hatten, andererseits zu einer Vorstellung davon gelangen, sowohl durch Anblicke, die sie dazu veranlassen können, als auch durch die Erinnerung daran. </p></div><div type="textpart" subtype="section" xml:base="urn:cts:greekLit:tlg0057.tlg057.cmg-deu1:6.6" n="20"><p>Der Zustand dieser Menschen im Geschlechtsteil ist dem Zustand derjenigen genau entgegengesetzt, die überhaupt keinen Gedanken an Geschlechtsverkehr verschwenden. Bei einem Freund, der sich entgegen seiner früheren Gewohnheit dazu entschieden hatte, vollkommen auf Geschlechtsverkehr zu verzichten, wurde das Geschlechtsteil so aufgeblasen und nahm an Volumen zu, dass er gezwungen war, mir das Symptom mitzuteilen. Er sagte nämlich, dass er sich wunderte, dass bei diesem Sportler das Geschlechtsteil infolge der Manneszucht zusammengeschrumpft und fest anliegend war, ihm selbst aber widerfuhr das Gegenteil, seit dieses (Leiden) aufgetreten war. Dann gab ich ihm den Rat, den angesammelten Samen einerseits auszuscheiden, sich andererseits von da an von Anblicken oder Erzählungen oder Erinnerungen, die zum Geschlechtsverkehr anregen könnten, gänzlich fernzuhalten. </p></div><div type="textpart" subtype="section" xml:base="urn:cts:greekLit:tlg0057.tlg057.cmg-deu1:6.6" n="21"><p>Alle diejenigen aber, die von Anfang an, sei es weil sie Wettkämpfe bestritten oder weil sie sich im Gesang übten, unerfahren im Geschlechtsverkehr blieben, da sie sich gänzlich von allen Gedanken und derartigen Vorstellungen fern halten, werden ihre Geschlechtsteile mager und runzlig, gleich wie bei alten Männern. Neben den anderen Dingen nämlich passiert auch dies denjenigen, die während ihrer Jugend am Anfang viel Geschlechtsverkehr hatten: Da sich die Gefäße in diesen Partien erweitern, fließt das Blut reichlich dahin und die Kraft, die nach Geschlechtsverkehr verlangt, wächst; im gemeinsamen Buch über alle Kräfte, das Platon geschrieben hat, sagt er, dass die Ruhe zwar die Kraft auflöse, die Beschäftigung mit eigenen Sachen aber die Kraft erhöhe. </p></div><div type="textpart" subtype="section" xml:base="urn:cts:greekLit:tlg0057.tlg057.cmg-deu1:6.6" n="22"><p>So bleiben auch die Brüste schlicht bei den Frauen, die nie schwanger geworden sind; bei den Frauen aber, die nach der Schwangerschaft stillen, werden sie sehr groß und geben stets Milch, solange sie stillen. Wenn sie aber mit dem Stillen der Kinder aufhören, hört auch die Milchbildung in den Brüsten nicht lange danach auf. </p></div></div></div></div></body></text></TEI>