Solche Arten von Ruhr werden von den Ausscheidungen, die von der Leber herrühren, dadurch abgegrenzt, dass bei den von der Leber herrührenden am Anfang eine dünne Blutflüssigkeit ausgeschieden wird, danach mit zunehmendem Leiden ein dickflüssiger Saft, ähnlich dem Bodensatz beim Wein; und (sie unterscheiden sich) noch dadurch, dass bei ihnen keine abgeschabten Fetzen mit ausgeschieden werden, sondern es manchmal sogar zu einer Pause von zwei oder auch drei Tagen bei den Ausscheidungen der Leber kommt; dann kommt das Übel wieder, wobei sie viel schlimmer ausscheiden als zuvor. Allerdings geschieht dies offensichtlich nicht so bei den Geschwüren der Därme; denn die Ausscheidungen kommen weder auf einmal noch in langen Zeitabständen vor. Die Geschwüre im Bereich des Mastdarms, die man Tenesmen nennt, bringen zwar heftige Spannungen und starken (Stuhl-)Drang mit sich, die Ausscheidungen sind aber wenige, am Anfang schleimig und fettig, im Laufe der Zeit aber enthalten sie abgeschabte Fetzen. Alles dieses scheint die ganze Zeit unvermischt mit den Substanzen, die von oben kommen. Einige haben aber geschrieben, dass bei äußerst heftigem Drang nach Ausscheidungen, wenn starke Schmerzen vorangegangen sind, manche (Patienten) tuffsteinartige Steine ausscheiden, ähnlich denjenigen, die sich in der Harnblase bilden, etwas, was ich weder selbst gesehen noch von irgendeinem anderen, der es gesehen hatte, gehört habe. Oft habe ich einen (Patienten mit einem) heftigen Schmerz im Dickdarm gesehen, von dem die Ärzte meinten, er würde nicht vom Dickdarm, sondern von den Nieren kommen, so wie ja auch die Nieren zum Dickdarm aufsteigen. Einige von ihnen aber glaubten, dass der Zustand einer Kolik niemals in den linken Teilen entsteht. Nun sind die Leiden am Anfang etwas schwer zu differenzieren, und in dieser Zeit bedarf es auch nicht einer großen Differenzierung der Heilmittel. Freilich muss man auch dann die vorherrschenden Symptome betrachten. Übelkeit nämlich zusammen mit Erbrechen ist viel stärker und kontinuierlicher bei denjenigen, die im Bereich des Dickdarms Schmerzen haben; und es wird bei diesen mehr Schleimiges und Zersetztes erbrochen, und die Exkremente werden mehr zurückgehalten, zugleich wird nicht einmal ein (Darm-)Wind abgesondert, noch kommt es zum Aufstoßen. Häufig dreht sich bei ihnen auch der Schmerz gleichsam rundherum und nimmt mehr Platz ein; bisweilen wird er auch an unterschiedlichen Teilen heftiger, während die Nierenschmerzen immer an einem Körperteil fest sitzen. Wenn der Schmerz tatsächlich höher auftritt als die Lage der Nieren, ist das Erkennen eines Leidens des Dickdarms deutlich. Wenn der Schmerz aber in der Nierengegend ist und fest an einem Körperteil sitzt, kann man daraus keine Erkenntnis gewinnen. Doch über die Zeichen hinaus, die ich soeben ausgeführt habe, muss man auch den Urin untersuchen. Am Anfang nämlich ist der Urin bei den Nierenkranken sehr wässrig und klar, so wie er in den folgenden Tagen (zunächst) raue, dann vollkommen sandige Ablagerungen aufweist. Wenn bei den Koliken vom Magen einmal etwas abgeht, wird der Stuhl irgendwie mit Blähungen ausgeschieden und oft im Wasser transportiert, in der Konsistenz dem Rinderdung ähnlich. Aber die Kolikanfälle werden auch durch entspannende Einläufe eher beruhigt als die Nierenkoliken. Bisweilen aber, wenn irgendein kalter Saft zusammen mit ihnen ausgegossen wird, hören sie sofort auf, weil das beruhigende Mittel nicht nur beruhigend wirkt, sondern sich auch als therapeutisch und geeignet für das Erkennen (des erkrankten Körperteils) erwiesen hat. Wie ein kalter Saft, der bei diesen (Leiden) ausgeschieden wird, so befreit auch bei den Nierenleiden der beim Harnlassen ausgeschiedene Stein sowohl vom Schmerz als auch zeigt er den erkrankten Körperteil an, sodass man künftig Vorsorge treffen kann, dass sie (die Körperteile) schwerlich von diesen Leiden befallen werden.