Wenn nämlich die schlechten Säfte in ihr (der Leber) verdaut werden, folgt die Absonderung, sodass die nützlichen (Säfte) festgehalten, die schlechten aber ausgeschieden werden. Manche nennen auch die derartigen Ausscheidungen blutige Ruhr, die auch bei einigen vorkommt, denen irgendein Körperglied abgeschnitten wurde, oder bei denen, die nach vielen körperlichen Übungen in einen trägen Lebensstil wechselten. Man hat auch schon mal bei Frauen gesehen, dass die derartige Entleerung des Blutes durch den After aufgrund der Zurückhaltung des Monatsbluts erfolgt, sowie unter ähnlichen Umständen bei einigen durch Erbrechen. Aber auch bei diesen kommt reines Blut in den unteren Magen und manchmal auch durch den oberen Magen hindurch, ähnlich den geschlachteten Opfertieren, schlechtes aber und schlammiges oder fauliges (Blut) bei den rosenartigen und entzündlichen Zuständen. Selten kommen mal (später) zu den Leberleiden, wenn die Spannung der Leber durch die Hilfsmittel erhöht wird, sehr schlechte Ausscheidungen in Farbe und Geruch, weil das Organ sich reinigt. Auf dieselbe Weise wird bei ihnen sehr schlechter Urin ausgeschieden, der die unerfahrenen Ärzte täuschen kann, dass es dem Kranken sehr schlecht geht. Denn diejenigen, die ohne Überlegung mittels der Erfahrung allein eine unvernünftige Routine erwerben, sind unerfahren in Dingen, die selten geschehen, da sie sich ja an Sachverhalte erinnern, die von ihnen sehr oft und unter ähnlichen Umständen gesehen wurden. Dass aber die derartigen Entleerungen beim Fortschreiten der Krankheit zugleich mit den Zeichen der Verdauung stattfinden, habt ihr nicht einmal, sondern oft in den Kommentaren zu den Schriften des Hippokrates gelernt. Wie nun die ausscheidende Kraft das Störende entleert, wenn einmal die festhaltende Kraft erschlafft und sie nicht das sie Beschwerende festhalten kann, wird auf dieselbe Weise, wenn die ausscheidende Kraft schwach wird, etwas zurückgehalten, wenn die festhaltende Kraft nicht sehr beschwert wird. Denn bald wird die eine, bald die andere Kraft in jedem Organ stärker oder schwächer, in Bezug auf ihre Funktionen, wenn wir zu einem Verständnis jeder einzelnen Kraft gelangen. Denn wahrheitsgemäß übt der ganze Körperteil immer eine Funktion aus, entsprechend der Eigenschaft der in ihm jeweils vorhandenen Mischung. Doch manchmal erträgt er es, wenn er beschwert wird, und nach längerer Zeit besiegt er das Störende, nachdem er es verarbeitet, umgewandelt und verdaut hat. Zu einer anderen Zeit aber, entweder weil er die Beschaffenheit oder die Menge des Störenden nicht erträgt, eilt er zu dessen Ausscheidung. So wie er manchmal wiederum, wenn er stark gestört wird und wünscht, das Störende auszustoßen, wegen der Schwäche dazu nicht imstande ist, weil er in eine äußerste fehlende Spannung verfallen ist. All diese Aspekte müsst ihr bei jedem einzelnen natürlichen Organ im Sinn haben und euer Denken zu deren Diagnose trainieren. Wenn ihr so untersucht, werdet ihr nämlich herausfinden, dass die Krankheiten von einigen Körperteilen überhaupt nicht untersucht worden sind, so wie auch nicht (die Krankheiten) der Gallenblase. Denn wenn sie, wie wir gezeigt haben, die gallenartige Flüssigkeit an sich heranzieht, so wie die Nieren einerseits das, was gleichsam Serum des Blutes ist, die Milz andererseits eine (ähnliche) Flüssigkeit wie bei den Weinen der Most und bei dem Öl die Ölhefe, dann wird auch einmal wegen der fehlenden Spannung dieser Blase unreines Blut entstehen, und dies ist eine andere Weise der Entstehung der Gelbsucht zu den drei zuvor genannten Arten.