Als wir diese Ansicht prüften, schien mir der eine Teil mit dem Gesagten übereinzustimmen, der andere aber den Erscheinungen zu widersprechen. In Bezug auf den wässrigen Teil im Blut, der von der hohlen Vene aufgenommen wird: Dass er überall im Körper verteilt wird, scheint mir dem zu folgen, worauf wir uns zuvor geeinigt haben, so wie auch das dickere Blut, bedeckt in den Venen des Organs, seinerseits in den Leerdarm und den Dünndarm, in den Dickdarm und den Blinddarm und das Rectum geführt wird, ja man könnte sogar sagen auch in den Magen selbst. Dies geschieht offensichtlich weder bei den widernatürlichen Lebergeschwülsten noch bei den Verstopfungen, sondern der ganze Körper, der Ober- und der Unterkörper, scheint schleimartiges Blut zu enthalten bei den Krankheiten, die Anasarka (Hautwassersucht) und leukophlegmatische Wassersucht (weißliche Aufschwemmung) genannt werden. Mittels des Magens wird nichts Blutartiges, weder bei diesen (Krankheiten) noch bei der Bauchwassersucht oder beim Wasserbauch ausgeschieden, die Gegend aber zwischen dem Bauchfell und den Körpern, die unter ihm liegen, füllt sich mit wasserähnlicher Flüssigkeit. Man kann sich nun ziemlich gut vorstellen, dass bei der Abkühlung des Organs dieses nicht mehr die verteilte Nahrung in Blut umwandelt, sondern dass sich zusammen mit ihm alle in ihm (der Leber) sich befindlichen Venen abkühlen, ganz besonders, weil oft keine Geschwulst in der Leber sichtbar ist; sie werden von Wassersucht befallen, wenn es der Milz schlecht geht oder dem Leerdarm, dem Dünndarm oder dem Mesaraion oder der Lunge und den Nieren, oder wegen einer unmäßigen Blutentleerung durch Hämorrhoiden, oder wegen des Monatsflusses der Frauen oder wegen des Zurückhaltens des Monatsblutes oder wegen eines anderen wichtigen krankhaften Zustands im Mutterleib. Bei allen derartigen Zuständen sieht man, dass, obwohl die Leber keine widernatürliche Geschwulst hat, die Kranken von verschiedenen Formen der Wassersucht befallen werden. Ganz besonders deutlich kann man dies bei denjenigen sehen, die erzählten, dass die Leber infolge eines kalten Getränks, das zur falschen Zeit getrunken wurde, reichlich abgekühlt wurde, sodass sie sofort eine Wassersucht verursachte, bevor sie zu einer verhärteten Geschwulst angewachsen ist. Die so Erkrankten bekommen einen starken Appetit auf Speisen. Und das ist nicht verwunderlich, denn wir haben gelernt, dass es zu solchem Verlangen kommt, wenn der Magenmund abgekühlt ist. Doch was die Wassersucht oder Wasseransammlung oder wie man es auch immer nennen will angeht, sind diese Ausführungen im Hinblick auf das vorliegende Thema ausreichend. 8. Ob bei der Gelbsucht immer nur die Leber der erkrankte Körperteil ist oder auch noch ein anderer Zustand diese Krankheit bewirkt, dazu wollen wir jetzt übergehen und es prüfen. Denn man sieht manchmal, dass sich, obwohl dieses Organ überhaupt nicht krank ist, manchmal in die Haut gelbe Galle ergießt, so wie manches andere beim Versetzen der Krankheit in einen einzelnen Körperteil. Manchmal sieht man auch, dass ohne Krise das Blut aufgrund einer Zersetzung eine andere Beschaffenheit annimmt, so wie es geschieht, wenn Tiere einen beißen.