Bei denjenigen, die von Natur aus einen dünnen Oberbauch (Epigastrion) haben: Wenn er wegen der Erkrankung noch dünner wird, bieten sich die großen Entzündungen der Leber deutlicher dar, die als eigentümliches Merkmal gegenüber den darüber liegenden Muskeln aufweisen, dass die sich den Händen darbietende Geschwulst in einem dichtem Umriss aufhört. Denn jeder Muskel als ein gänzlich in sich zusammenhängendes (Gebilde) verringert in kurzer Zeit die Geschwulst der Entzündung. Aber nur bei der Leber geschieht es, dass die Geschwulst einen kompakten Umriss hat. Es ist klar, dass, wenn sich die Leber verhärtet, die Diagnose deutlicher ist, weil sowohl die Geschwulst bei der Verhärtung härter als bei der Entzündung ist, und weil die darüberliegenden Körper dünner bei derartigen (krankhaften) Zuständen werden. Mit Fortschreiten der Zeit trifft es sich, dass, obwohl die Geschwulst in der Verhärtung größer wird, die Diagnose der Geschwulst mit Hilfe des Abtastens schwieriger wird, weil bereits eine wasserartige Ansammlung schnell folgt, die sich hineingießt. Ohne dass die Leber erkrankt ist könnte ein solches Leiden nicht entstehen, und niemals entsteht es in Folge einer Ersterkrankung der Leber, selbst wenn es am meisten seinetwegen geschieht. Weil nämlich (die Leber) das Organ der Blutbildung ist, folgt auf eine Beeinträchtigung dieses Organs, dass diese Funktion versagt. Es trifft sich aber, wie ich sagte, dass sich die Kälte auf die Leber überträgt, wenn sich ein jeweils anderer Körperteil in einer sehr kalten schlechten Mischung befindet. Bei der Milz nun und beim Magen und bei allen Därmen, vor allem beim Leerdarm, ist es so, dass sie dann zusammen mit sich selbst auch leicht alle Venen der konkaven Teile der Leber kühlen, wenn alle Venen des Mesenteriums eine dauerhafte schlechte Mischung haben; durch diese (Venen) verbreitet sich die schlechte Mischung auf die gesamte Leber. Bei der Lunge aber und beim Zwerchfell und den Nieren werden die Venen der konvexen Teile früher in Mitleidenschaft gezogen, und mit der Zeit gerät offensichtlich das gesamte Organ in denselben Zustand wie diese. Dass sich dies so verhält, wie nun gesagt worden ist, dürfte keiner bestreiten, es sei denn er wäre streitsüchtig oder unwissend. Bei den Verstopfungen aber ist es nicht in gleicher Weise offensichtlich. Denn dass die Venen der konkaven Teile des Organs, die ihren natürlichen Ausgang von der Vene an den Leberpforten nehmen, in sehr dünnen Ausgängen enden, zeigt sich deutlich, sowie freilich auch, dass die anderen Enden der Venen, die von der hohlen Vene ihren Ausgang nehmen und sich in die konvexen Teile des Organs hineinspalten, an denselben Ort gelangen. Ihre Öffnungen sieht man nicht, aber freilich hat es auch keiner bestritten, sondern alle haben wie aus einem Mund gesagt, dass die Nahrung, die über den gesamten Körper verteilt wird, nachdem sie durch alle Venen der konkaven Teile gegangen ist, von den Venen der konvexen Teile mittels der genannten Enden aufgenommen wird. Wenn (alle) die gleiche Auffassung darüber haben und die Schwellung der entzündeten und verhärteten Venen den Abgang des Blutes verengt, scheint es einen guten Grund dafür zu geben, wie einige glaubten, dass alles, was im Blut dünn und wässrig ist, aufgenommen und an alle Stellen des Körpers transportiert werden wird, das eigentliche Blut aber, das wegen seiner Dicke an den konkaven Teilen des Organs bleibt, für Krankheiten, die mit Blutfülle zusammenhängen, verantwortlich sein wird.