Es ist nun nötig, die Aufmerksamkeit genau auf die Erkrankungen zu richten, die infolge der Mitleiden mit ihm geschehen, und sie (die Krankheiten) von denjenigen zu unterscheiden, die als Ersterkrankung bei jenen Körperteilen entstehen, deren Funktionen der erkrankte Magenmund beeinträchtigt, den alle Altvorderen „Kardia“ nannten und welchen die Heutigen „Stomachos“ nennen. Die Differenzierung wird aus dem Vorangegangenen ganz besonders für einen Mann deutlich, der Erfahrung bei den Diagnosen hat. Einige ungenannte Eigenschaften gesellen sich zu den genannten Symptomen, die die Diagnose der erkrankten Körperteile bestätigen. Jene wird nun jeder für sich selbst dazu herausfinden. Ich werde die Symptome darlegen, die gleichsam das Fundament der gesamten Diagnose sind, aus denen die Fleißigen sich selbst auch die unmöglich zu nennenden Eigenschaften der Symptome beibringen werden. Ein junger Grammatiklehrer wurde vom Leiden der Epilepsie befallen, insbesondere wenn er ziemlich energisch unterrichtete, nachdachte, längere Zeit nichts gegessen oder sich geärgert hatte. Ich hatte die Vermutung, dass bei ihm die Öffnung des Magens krank sei, da sie empfindlich ist, woraufhin das Gehirn, in Mitleidenschaft gezogen, den ganzen Körper krampfartig erschüttern ließ. Ich habe ihn also aufgefordert, Vorsorge für eine gute Verdauung zu treffen, dass er sorgfältig zubereitetes Brot in der dritten oder vierten Stunde zu sich nimmt; Brot allein, wenn er keinen Durst hätte, wenn er aber Durst verspüren sollte, dann sollte er etwas gemischten lieblichen Weißwein zu sich nehmen. Diese Weine nämlich erhöhen die Spannung des Magens, befallen aber den Kopf nicht wie die starken. Als er dann keinen Anfall hatte, während er dies tat, und ich genaue Kenntnis davon bekam, was ich vorher vermutete, gab ich ihm ein bitteres Medikament aus Aloe zwei bis dreimal im Jahr, weil es den ganzen Bauch von den Exkrementen reinigt und für die ihm eigenen Funktionen stark macht; und dieser Mann erfreute sich tadelloser Gesundheit in den Jahren – mehr als zwanzig – in denen er überlebte. Falls er aber selten gezwungen war, nüchtern zu bleiben aufgrund der Umstände, passierte es, dass er von sehr kurzen Krämpfen befallen wurde. Ich habe aber auch andere gesehen, die epileptische Krämpfe von der Öffnung des Magens (vom Magenmund) her bekamen, jedesmal, wenn sie an einer schweren Verdauungsstörung litten oder mehr unvermischten Wein tranken oder Geschlechtsverkehr zur Unzeit hatten. Ich habe aber gesehen, dass einige bei Fieber plötzlich Krämpfe bekamen, ohne dass ein Zeichen, das einen Krampf ankündigte, vorangegangen wäre. Denen geschah es, dass sie sofort von allen lästigen Beschwerden befreit wurden, nachdem ein gallenartiges Erbrechen hinzukam. Manche von den so Erkrankten haben Graufarbenes erbrochen, und bei einigen glich das Erbrochene dem Saft von Lauch. Manche wurden, beschwert von der Menge an schlechten Speisen, bewusstlos bis zu dem Zeitpunkt, wo sie alles erbrachen, was die Öffnung des Magens bedrängte.