Die erste Art und Weise zeigt eine fehlende Spannung der Funktion, die andere aber eine Verengung in einem Teil (der Speiseröhre). Es ist möglich, die Unterschiede von jedem dieser zwei Arten aus den anderen Symptomen heraus zu erkennen. Bei der fehlenden Spannung nämlich, wenn sie allein aufgrund einer schlechten Mischung ohne eine widernatürliche Geschwulst entsteht, ist die Langsamkeit beim Abgang dessen, was sie schlucken, regelmäßig und schmerzlos, wobei sie zwar beim Liegen auf dem Rücken verstärkt wird, gelindert wird (sie) aber bei der aufrechten Haltung des Nackens ohne das Gefühl der Enge. Die Krankheit, die mit einer Geschwulst zusammenhängt, bringt Enge an einer Stelle über die anderen (Symptome) hinaus, insofern als der Durchgang und Abgang auch länger dauert. Und wenn die Geschwulst entweder entzündlich ist oder in Art einer Rose, dann geht sie mit Schmerz und Durst und dem Gefühl der Wahrnehmung von großer Hitze einher, mit Fieber, das nicht sehr hoch ist und auch nicht in Analogie zum Durst. Wenn es sich um eine nicht sehr warme Geschwulst handelt, dann geht das Ganze ohne Fieber und Hitze und Durst vonstatten, und das Schlucken ist unregelmäßig, wobei die Speisen an einer Stelle stecken bleiben, und (dies geschieht) stärker, wenn Gröberes und Härteres geschluckt wird, begleitet von einem kurzen Schmerz. Als derartige Symptome über lange Zeit entstanden und sich Eintagesfieber, manchmal auch Schauder ereigneten, während wir vermuteten, dass ein unverdauter Abszess in der Speiseröhre war, kam es mit fortschreitender Zeit dazu, dass der Kranke selbst das Gefühl des Bruches bekam, woraufhin er sofort Eiter erbrach, und auch am nächsten und am dritten Tag, und darauf folgten alle übrigen Anzeichen einer Speiseröhre mit Geschwür. Denn wenn er scharfe und saure und salzige und herbe Sachen schluckte, spürte er ein Beißen oder Zusammenziehen und hatte an jener Stelle Schmerzen, mäßige (Schmerzen) aber, auch wenn er nichts schluckte. Beißende und herbe (Speisen) verstärkten das Schmerzgefühl. Dieser nun wurde nach langer Zeit knapp gerettet, wobei auch sein (junges) Alter dazu beitrug; alle diejenigen, die älter als er waren, sind zugrunde gegangen. Bei denjenigen, die eine schmerzhafte Krankheit der Speiseröhre haben, äußert sich der Schmerz freilich im Bereich der Schulterblätter. Die Ursache ist evident für euch, die ihr gesehen habt, dass sich die Speiseröhre bis zur Wirbelsäule hin erstreckt. Dass aber (die Kranken) auf dieselbe Weise auch aus den Gefäßen der Speiseröhre heraus Blut erbrechen wie auch aus allen anderen, ist offensichtlich. Jedoch werden diese Hinausführungen des Blutes beim Bruch von Schmerzen begleitet und zeigen somit die Stelle, an der der Bruch geschehen ist. Diesen ähnlich sind auch die Hinaufführungen (des Blutes), die diesen beim Zerfressenwerden ähnlich sind, bei der Aushöhlung oder wie auch immer man es nennen will. Die (Hinaufführungen) bei der Öffnung aber sind vollkommen schmerzlos, und gerade dadurch unterscheiden sie sich von den anderen, sowie auch dadurch, dass sie weder aufgrund eines starken Schlags oder eines Sturzes entstanden sind, so wie die Brüche gewöhnlich entstehen. Das Platzen von Gefäßen ereignet sich bisweilen auch ohne äußeren Anlass aufgrund der Blutmenge. Beim Zerfressen entstehen sie, nachdem eine Geschwürbildung vorangegangen ist. Diese Geschwürbildungen bewirken sowohl das Platzen der Gefäße als auch das Hinzufließen von bösartigen Säften, ganz so wie man oft sieht, dass sie sich auf der Haut ereignen. 6. Die Öffnung des Magens nannten die Alten „Kardia“ (Herz), aufgrund der Symptome, die sie mit sich bringt, wie sie sagen, und sie benannten sie so: So wie einige von Herz-Synkopen befallen werden, so werden sie auch von Synkopen der Speiseröhre befallen, aber auch von Krämpfen und Bewusstlosigkeit, Epilepsien und Melancholien, und auch schon von den Symptomen der an Katarakt Leidenden, wie in der Rede über die Augen vorher ausgeführt wurde. Und alles das geschieht, wobei andere Körperteile mit ihr in Mitleidenschaft gezogen werden. Aus demselben Grund bewirkt dieser Zustand Appetitlosigkeit und Zerstörung der oben aufschwimmenden Speisen, so wie die Speisen, die von Natur aus sich am Boden des Magens absetzen; und besonders wenn sie schwer zu zersetzen sind, erleiden sie nichts derartiges.