Mit diesen Worten hat Erasistratos deutlich dargelegt, dass die Arterien, die aus der großen (Arterie) herauswachsen und in jedem der Zwischenräume des Brustkorbes ihre Ausläufer haben, das Blut durch Öffnungen empfangen, die sich bis zum entzündeten Teil erstrecken, und dieses (Blut) zur großen Arterie zurückführen, die zwar aus dem Herzen entspringt, aber über die Wirbelsäule ausgebreitet ist. Von ihr aus, sagt er, wird es wieder in die Bereiche um die Lunge hinaufgeführt – er fügt aber nicht mehr hinzu, wie dies geschieht und über welche Wege, sondern schreibt im folgenden: „Und an den Verbindungsstellen, durch die die Lunge mit der Arterie an der Wirbelsäule verbunden ist. Denn auch auf diese Weise“, sagt er, „findet die Rückkehr des eingetretenen (Blutes) in die Lunge statt.“ Wie dies aber geschieht und an welchen Verbindungsstellen, hat er auch hier nicht mehr hinzugefügt. Die Fragestellung bleibt also noch bestehen, da Erasistratos nichts Klares dazu gesagt hat, obgleich er sich vorgenommen hatte, (diesen Sachverhalt) sowohl in allen anderen Abhandlungen als auch in ebendieser Über die Heraufführung des Blutes deutlich zu erklären. Deshalb könnte man vielmehr meinen, dass die Erklärung unzureichend ist, da sogar Erasistratos selbst den Verdacht hatte, dass sie (die Erklärung) derartig (unzureichend) ist. Er scheint also mit Absicht undeutliche Worte gebraucht zu haben, um den Eindruck zu erwecken, er würde etwas (Wichtiges) sagen, obwohl er nichts sagt. Denn an eben diesem Punkt der Untersuchung verließ er die Erklärung, nachdem er zwar deutlich gesagt hat, wie das Blut von den Rippen in die große Arterie kommt; wie es aber von dieser wieder in die Lungenregion kommt, hat er, wie er selbst sagte, nicht mehr hinzugefügt. Aber auch schon durch die Formulierung „die Bereiche um die Lunge“, obwohl es möglich gewesen wäre, von der „Lunge“ zu sprechen, macht er deutlich, dass er mit Absicht seine Ausführung vernebelt. Dies machte er anschließend deutlich, als er sagte: „wie es aber von der Lunge aus zur Heraufführung kommt, ist zuvor gesagt worden“. Da nämlich durch die große Arterie Blut in die Lunge transportiert wird, erinnert er uns offenbar daran, wie die Heraufführung von dort vonstatten geht. Dass es nun in den vorherigen Ausführungen um den Auswurf aus der Lunge ging, wissen wir, und dass die Ausführungen deutlich waren, bezeugen wir. Wir würden uns aber wünschen, dass in gleicher Weise der Übergang (des Blutes) aus der großen Arterie in die Lunge behandelt worden wäre; wie auch wenn er sagt, dass „auch an den Verbindungsstellen, durch die die Lunge mit der Arterie an der Wirbelsäule verbunden ist,“ der Transport des Blutes zur Lunge stattfindet. Denn auch hier hat er nicht verdeutlicht, welche Verbindungsstellen er meint. Wenn sie nämlich durch Häutchen oder irgendwelche faserige Körper entstehen, (sagt er) nichts mehr in Hinblick auf den Transport des in der großen Arterie enthaltenen Blutes in die Lunge. Denn es ist nötig, dass aus der Arterie gewisse Gefäße entspringen, durch die das Blut in die Lunge kommen soll, so wie die Erasistrateer sagen, dass dies mittels der unter der Lunge gelegenen Arterie geschieht. Denn ihre schwer zu erkennenden Enden erstrecken sich offenbar bis zur Luftröhre, sie selbst wächst aber aus der großen Arterie hervor, bevor sie zur Wirbelsäule gelangt. Von dieser Arterie selbst verschaffen sich die Erasistrateer ein Doppelargument, jetzt zwar in Hinblick auf die Hinaufführung des Blutes vom Brustkorb, an anderer Stelle aber in Hinblick auf die Entstehung der Lungenentzündung. Auch diesbezüglich haben diejenigen, die eine andere Meinung vertreten, ihnen das Argument vorgebracht, dass die Entstehung der Entzündung gemäß den Annahmen des Erasistratos unmöglich sei. Denn bei der Erklärung, wie eine Entzündung entsteht, behauptet er selbst, dass das in die Arterien eingefallene Blut, wenn es auf die vom Herzen getragene Luft trifft, zurückgeschickt und zu den Enden der Arterien hin eingeengt wird, außer, wenn einmal irgendwelche Arterien verwundet werden und sie, nachdem die Luft an der Wundstelle entwichen ist, wegen der Abfolge mit dem Entwichenen das Blut empfangen.