Das Herz bewirkt keine andere Atemnot außer denen, die im vorangegangenen Buch im Abschnitt über die Atemnot genannt wurden. Wenn das Herz übermäßig erwärmt wird, kommt es zu einer tiefen, häufigen und schnelleren Atmung, wobei auch noch warme Luft ausgeatmet wird. Wegen der Kälteeinwirkung kommt es zu einer entgegengesetzten Atemnot, bei der die Atmung flach und selten wird. 3. Bei diesem Körperteil, so wie auch bei allen anderen, entstehen manche Krankheiten aufgrund einer Eigenerkrankung, manche aber auch, weil es von anderen (Körperteilen) in Mitleidenschaft gezogen wird. Alles läuft nun notwendigerweise auf die Schädigung der Atmung hinaus, denn dieses wurde als das für die Atmung zuständige Organ erwiesen. Alle schmerzhaften Erkrankungen nun, die in ihm entstehen, bewirken, dass die Atmung flach und häufig wird, wie in den Büchern Über die Atemnot gezeigt wurde, so wie bei den Erkrankungen sowohl der benachbarten als auch der mitbewegten Organe. Wir haben vorher bei den Erkrankungen des Rückenmarks ausgeführt, wie die Atmung geschädigt wird, obwohl der Brustkorb selbst keine eigene Erkrankung aufweist, sondern entweder einer der Nerven, die vom Rückenmark ausgehen, erkrankt ist oder das Rückenmark selbst. Unter den Eigenerkrankungen des Brustkorbs entstehen einige in seinen Muskeln, andere im Rippenfell. Die Erkrankungen der Haut und der Rippenknochen sind aber nun nicht Gegenstand meiner Rede, weil (bei ihnen) der erkrankte Ort wahrnehmbar ist. Da es nun zwei Arten von Brustkorbmuskeln gibt, die einen, welche die sogenannten „Zwischenrippen“ (Interkostalräume) ausfüllen, die anderen, welche ihnen von außen aufgelegt sind, werden zwar die schmerzhaften Zustände der äußeren (Muskeln), wenn diese ein Geschwür, eine Quetschung, einen Abszess, eine Rose oder eine Entzündung haben, von den Ärzten deutlich erkannt, wenn sie ihre Hände auflegen. Die Entzündungen aber der Muskeln der Zwischenrippen (Interkostalmuskeln), insbesondere der tiefliegenden – denn es gibt zwei Arten, wie ihr wisst –, können wir zwar nicht ertasten, sie schmerzen aber mehr als die oberflächlichen und leiten etwas von dem die Entzündung verursachenden Krankheitsstoff hinein durch das Rippenfell, das sich notwendigerweise mit ihnen entzündet, so wie mit ihm wiederum, wenn es selbst bei einer anderen Gelegenheit eine Ersterkrankung aufweist, der innere Teil der Zwischenrippen in Mitleidenschaft gezogen wird. In der Tat entsteht die strenge Rippenfellentzündung bei einer Ersterkrankung des Rippenfells. Deshalb reicht der Schmerz auch bis zum Schlüsselbein oder zum Unterleib. Wenn die oberen Teile des Rippenfells erkrankt sind, reicht er bis zum Schlüsselbein; wenn aber die unteren, bis zum Unterleib. Auf derartige Entzündungen folgt jedenfalls hohes Fieber, wie bei der Erkrankung eines Ortes, der nah am Herzen liegt und von Natur aus mit seinem Beutel verbunden ist, so wie auch mit dem Zwerchfell.