Nach ihm sagten aber nicht wenige der besten Ärzte, dass nicht eine Wahrnehmung eines scharfen Schmerzes, sondern ein Schweregefühl bei den Entzündungen der genannten Organe auftritt. Und in der Tat ist es auch wahrscheinlich, dass die Membranen, da sie ja nicht Arterien in sich selbst haben, doch wohl nicht pochen, wie auch nicht die Haut, selbst wenn sie stark entzündet ist, dass aber aus demselben Grund auch nicht all die Drüsen (pochen), die keinen Anteil an Arterien haben, sondern auf eine einzige Weise werden solche Teile schmerzen, wenn sie entzündet sind, (nämlich) durch die (auftretende) Spannung. Denn diese tritt unabtrennbar an allen wahrnehmungsfähigen Körpern bei solchen Zuständen auf. 5. Die anderen Schmerzen treten zwar an bestimmten Teilen auf, an bestimmten (anderen) aber nicht. Man muss sich nun aber jeweils an die Schmerzen erinnern und in Kenntnis über die Natur eines jeden der Körperteile betrachten, welche Arten von Schmerz man akzeptieren kann, welche aber nicht. Wir wollen sie nun nennen, indem wir sie wiederaufnehmen. Eine Art von Schmerz ist die, die sich gemäß der ungleichmäßigen schlechten Mischung in dem leidenden Teil selbst bildet, wenn er auch keinen der äußeren (Teile) berührt. Eine zweite Art ist die, die gemäß der Spannung nicht mehr eigentümlich für den leidenden Teil allein (ist), sondern manchmal auch aufgrund der benachbarten Teile entsteht. Eine andere (Art ist) aber die, die von den berührenden (Teilen) allein zum leidenden (Teil) hin ausgeht, wann immer er schmerzt, weil er entweder gedrückt oder gequetscht oder von einem der von (außen) einwirkenden Dinge verletzt wird. Die Art des Schmerzes aus dem Bewegtwerden bringt tatsächlich jedenfalls den Schmerz vermittels eines anderen (Teils) hervor, wie kurz zuvor bei der Arterie gesagt wurde. Denn sogar der aus sich selbst heraus bewegte (Teil) wird gespannt und mal gedrückt und gequetscht und verletzt, wenn er mit den benachbarten Teilen in Berührung kommt. Wenn er aber mit keinem (Teil) in Berührung kommt, hat er den Schmerz notwendigerweise durch das Gespanntwerden allein, wie die von anderen bewegten (Teile) insgesamt, wenn von außen her nichts mit ihnen in Kontakt kommt, keinerlei Schmerz außer dem notwendigen dazu erwerben. Ich weiß, dass ich (schon) oft an anderen Stellen von zwei prinzipiellen Arten von Schmerz gesprochen habe, (nämlich) von einer starken Veränderung (der) Mischung und von einer Lösung (des) Zusammenhangs, womit das jetzt Gesagte nicht im Widerspruch steht. Denn es schmerzen auch der gespannte, der gedrückte, der gequetschte und der verletzte Teil, weil sich sein Zusammenhang auflöst. Denn auch wenn einer durch eine Nadel verletzt wird, leidet er nicht an einem anderen Leiden als an dem, was gemäß der Arrosion aufgrund eines scharfen Saftes entsteht. Bei jedem der beiden Leiden wird jedenfalls der Zusammenhang zerstört. Nicht bringt nun der beißende Saft auf dieselbe Weise Schmerz hervor wie eine große Menge (davon), sondern der eine dadurch, dass er zerfrisst, der andere dadurch, dass er spannt, wie auch die blähende Luft und bei den Harnverhaltungen der Urin. Bei Rosen und Entzündungen und überhaupt den entzündlichen Erkrankungen schmerzen sie nicht durch das Gespanntwerden bei der Anfüllung allein, sondern auch durch die schlechte Mischung, weil auch sie eine nicht kleine Fähigkeit zur Schmerzerzeugung hat, wie diejenigen deutlich machen, die nach einem Spaziergang in einem starken Winter dicht am Feuer die Hände ausstrecken, um sich zu wärmen: Sie nehmen nämlich einen unerträglichen Schmerz wahr, und (zwar) besonders im Bereich der Nagelwurzeln.