Ich pflege als Stimmnerven die von uns gefundenen zu bezeichnen, wobei unsere Lehrer allein die bei den Arterien kannten. Es folgt nun auch jenen (Nerven), wenn sie auf gleiche Weise geschädigt wurden, ein Verlust der Stimme, weil auch diejenigen eigentümlichen Nerven des Kehlkopfes, die von mir als rückläufige bezeichnet werden, Teile ihrer Substanz sind. Weil sie sich aber in viele andere Teile aufgeteilt haben, hat man keine passendere Bezeichnung als die (Bezeichnung) Stimm-(Nerven), (also die Nerven,) die eigentümlich für die die Stimme regulierenden Organe sind. Die Art und Weise der Schädigung ist für die Muskeln des Kehlkopfes dieselbe, sei es, dass die rückläufigen, sei es, dass die bei den Arterien liegenden Nerven geschädigt sind. In beiden Fällen nämlich haben sie Mangel an einer seelischen Fähigkeit, ohne die ihnen eine willentliche Bewegung nicht möglich ist. Und so bewirkt denn auch das Schneiden der den Stimmritzenkörper bewegenden Muskeln, dass das Lebewesen vollständig stimmlos wird, aber nicht komplett auf dieselbe Weise, aber auch nicht komplett unterschiedlich, als wenn die Nerven geschädigt sind: Denn das Gemeinsame der Schädigung beider besteht darin, dass dem Stimmritzenkörper die Verbindung zum bewegenden Ursprung entzogen ist, dies entsteht aber (dadurch), sei es, dass man die Muskeln, sei es, dass man die Nerven durchtrennt oder durch eine Schlinge abbindet oder quetscht oder sonst irgendwie anders schädigt. Ich jedenfalls weiß, dass auch, wenn die rückläufigen Nerven allzu sehr gekühlt wurden, bei einem chirurgischen Eingriff (etwa), der am Hals im Winter ausgeführt wurde, die Stimme (so sehr) geschädigt wurde, dass sie beinahe verloren ging. Und als wir eben dies verstanden hatten, riefen wir dazu auf, die Stimme mit wärmenden Heilmitteln (zu versorgen), womit wir den Nerven ihre natürliche Mischung wiederhergestellt haben. Wie bei den Durchbohrungen des Brustkorbes die Stimme durch Entziehen des Stoffes verloren geht, so (geschieht es) auch, wenn man die Luftröhre ganz durchtrennt. Denn die Atemluft gelangt (dann) nicht mehr zu dem für die Stimme eigentümlichen Organ. Auf andere Weise bewirkt eine Schlinge dasselbe, wenn sie um den ganzen Hals gelegt wird. Aber diese macht das Lebewesen nicht nur stimmlos, sondern schneidet ihm auch die Luft ab, indem sie ihm die Atmung entzieht. Die Luftröhre aber, wenn sie durchtrennt wurde, schädigt die Stimme zwar, die Atmung aber wird dem Lebewesen nicht weggenommen. Die Fälle von sogenannten kynanchai, die Entzündungen der inneren Körper des Kehlkopfes sind, entziehen ihm analog zur Einschnürung die Atmung, indem sie ihren Gang verstopfen. Deshalb sind sie auch ganz besonders ein für das Stimmorgan eigentümliches Leiden, anschließend aber (ist) die Schädigung seiner außerhalb liegenden Muskeln (eigentümlich für das Stimmorgan). Von all den anderen (Leiden), die ich durchgegangen bin, ist keines eigentümlich, sondern eher durch Miterkrankung (bedingt). Als nun einer aus dem Hals skrofulöse Schwellungen (von Drüsen), die in der Tiefe lagen, wegschnitt und dann die Membranen, um kein Gefäß zu durchtrennen, nicht mit einem Skalpell schnitt, sondern sie mit seinen Nägeln auseinander zog, da zog er aus Unkenntnis unbemerkt die rückläufigen Nerven mit auseinander. Und so erschien das Kind zwar als gesund von den skrofulösen Schwellungen, wurde allerdings stimmlos. Und ein anderer, der ein anderes Kind operierte, machte es auf gleiche Weise wegen eines geschädigten Nervs allein halb stimmlos. Und tatsächlich schien es auch allen verwunderlich, weil es passierte, dass, obwohl weder Luftröhre noch Kehlkopf betroffen waren, die Stimme geschädigt wurde. Als ihnen aber von mir die Stimmnerven gezeigt wurden, hörten sie auf sich zu wundern.