Bei denen nun, bei denen die Zuführung entweder eines Stoffes oder einer Fähigkeit zerstört wurde, könnte einer in überzeugender Weise behaupten, dass die Aktivität geschädigt sei, obwohl der sie hervorbringende Teil unbeschadet geblieben war. Das aber, was von Säften oder Ausdünstungen geschädigt wurde, die von anderswoher zu dem (hervorbringenden) Teil kamen, dürfte man natürlich nicht als unbeschadet bezeichnen. Um nichts weniger überzeugend aber dürfte einer sagen, dass auch bei denen, denen ein Stoff oder eine Fähigkeit entzogen ist, der Teil geschädigt ist, wenn er denn bei deren Aufnahme seine natürliche Versorgung (wieder) erhält. Daher erscheint auch auf Grundlage einer solchen Herangehensweise in beide Richtungen die Betrachtung theoretischer Fragestellungen nutzlos, da sie weder im Hinblick auf das Erkennen der Leiden noch im Hinblick auf die Heilung noch im Hinblick auf die Prognose der zukünftigen (Entwicklungen) etwas nützt. Betrachte nun, wie ich ohne Betrachtung theoretischer Fragestellungen eine Behandlung, die auf Grundlage der Kenntnis des erkrankten Körperteils gefunden wurde, darlegen werde. Jemand, der ein Heilmittel auf die drei Finger der Hand aufgetragen bekommen hatte, sagte, dass schon seit dreißig Tagen die Wahrnehmungsfähigkeit in ihnen verloren gegangen war, die Bewegungsfähigkeit aber unbeschadet erhalten geblieben war und dass sich kein Nutzen von den applizierten Medikamenten eingestellt hatte. Was ich nun in solchen Fällen zu tun pflegte, unterließ ich auch damals nicht, sondern ließ den Arzt zu mir kommen, der sich zuvor um seine Finger gekümmert hatte, und fragte ihn, wie beschaffene Medikamente er verwendet hatte. Als ich aber herausfand, dass es die angemessenen waren, versuchte ich die Ursache zu ergründen, warum der Mensch keinen Nutzen davon hatte, und fragte nach den vorangegangenen Symptomen. Als dieser aber sagte, dass bei ihm weder eine Prellung noch eine Kälteeinwirkung noch eine Entzündung vorangegangen war, sondern die Wahrnehmung seitdem allmählich verloren gegangen war, wunderte ich mich und fragte erneut, ob er sich nicht irgendeinen der weiter oben liegenden Teile geprellt hatte. Als dieser aber sagte, dass er keineswegs an der Hand, vielmehr behauptete, dass er am Anfang des Rückens eine Prellung erlitten habe, fragte ich wiederum, wie und wann er sich geprellt hatte. Und tatsächlich antwortete er nun, dass er auf dem Weg nach Rom vom Wagen gefallen sei, zu einer Zeit, die nicht lange vor der lag, als die Finger zu leiden anfingen, und ich schlussfolgerte daraus, dass sich am ersten Austritt des Nervs nach dem siebten Wirbel ein Teil durch die Prellung entzündet und einen verhärteten Zustand angenommen hatte. Dies hatte ich erkannt, weil ich durch die Sektion gelernt hatte, dass die Nerven offensichtlich, wie die Venen, an einer ihnen eigenen, scharf umgrenzten Stelle heraustreten, und man könnte meinen, dass jeder einzelne von ihnen genau einer sei, wie auch die Vene. Sie sind aber gleich von Beginn an viele, alle zusammengeschnürt und von gemeinsamen Hüllen zusammengehalten, die aus den Hirnhäuten erwachsen. Und von dem letzten der Nerven aus dem Hals gelangt also der untere Teil bis zu den kleinen Fingern, indem er sich in die sie umgebende Haut aufteilt und außerdem in die Hälfte des Mittelfingers. Was genau den Ärzten am verwunderlichsten erschien, dass die Hälfte (dieses Fingers) offensichtlich allein betroffen war, eben dies brachte mich aber eher dazu anzunehmen, dass jener Teil des Nervs allein betroffen sei, der am Ellenbogen von ihm abzweigt und an den genannten Fingern sein Ende hat. Und (somit) forderte ich dazu auf, das Medikament zu entfernen, das an ihnen appliziert war, und trug es besonders an dem Teil der Wirbelsäule auf, der den Anfang des leidenden Teils bildete. Und so geschah etwas Sonderbares und Paradoxes, wie es denen, die es sahen, vorkam, dass die Finger der Hand infolge der auf die Wirbelsäule applizierten Medikamente geheilt wurden.