Aus der Betrachtung all dieser Dinge nämlich wird einer zusammen mit dem Testen des täglichen Essens nicht nur den erkrankten Körperteil, sondern auch seinen Zustand genau herausfinden können. Denn eine solche Kenntnis ist insoweit recht nützlich, als dass die Form der Behandlung ihm entsprechend angepasst wird. Den warmen Zustand jedenfalls muss man nun immer kühlen, in welchem Bereich er sich auch immer befindet, die Fragen aber, bis zu welchem Punkt man kühlen muss oder auf welche Weise oder durch welchen Stoff, das zeigt der erkrankte Körperteil mit an. Wenn nun eben nur dies auftritt, eine schlechte Mischung im Körper des Magens selbst, kühlt man den warmen, wärmt aber den kalten (Zustand) und wird damit dem Menschen sofort nützen. Es wird dir aber auch auf Grundlage d(ies)er Annahme möglich sein (das Leiden zu bestimmen), die du nicht allein als bloße Meinung, sondern als sicheres Wissen hast, und noch viel mehr, wenn du sie von beiden Seiten her prüfst, wobei du siehst, dass der Mensch bei den kühlenden Heilmitteln und diätetischen Maßnahmen Nutzen hat, bei den wärmenden aber Schaden nimmt oder andersherum bei den wärmenden Nutzen hat, bei den kühlenden aber Schaden nimmt. Wenn aber irgendein Saft in den Wänden des Magens enthalten ist, werden leere Übelkeiten ohne Erbrechen entstehen, wobei sie nur zerreißen, nicht jedoch einen Saft entleeren, wie bei denen, bei denen er in der Höhlung des Magens, im Bereich seines inneren freien Raumes enthalten ist. Das Aufstoßen wird bei den einen sauer sein, bei den anderen fettig. Es wird den einen ein Heilmittel mit drei Pfeffersorten oder irgendein solches mit Wasser oder Wein, wenn es getrunken wird, nützen, den anderen Wermut und die Medizin mit der Aloe, einige aber nennen sie auch bitter. Wenn sich nun sofort beim ersten Versuch offensichtlich ein deutlicher Nutzen von den passenden Heilmitteln für jeden der beiden Säfte einstellt, wirst du schon eine wissenschaftliche Erkenntnis und eine Anleitung zur Behandlung haben, sodass man, wenn man bei denselben bleibt, den Menschen vollständig heilen kann. Wenn aber bei den gewöhnlich für jeden der beiden Zustände nützenden Heilmitteln irgendwann eine Schädigung folgt, wirst du herausfinden, dass du im Hinblick auf das Erkennen einen Fehler gemacht hast. Denn die sicherste Kenntnis all solcher Zustände stellt sich für die ein, die genau wissen, von welchen Heilmitteln ein jeder (Zustand) hergestellt wird. Ich nun jedenfalls heilte einige der sogenannten Koliken durch einen Trank des Heilmittels mit Aloe, weil ich zu dem Schluss gekommen war, dass ein beißender Saft in die Wände des betroffenen Darms aufgesogen war, und ich (etwas) von dem Heilmittel gegeben hatte, weil ich mir ganz sicher war, dass ein solcher Zustand von ihm Nutzen hätte. Als es nützte, erkannte ich, dass ich richtig vermutet hatte, und gab daraufhin mehr davon. Aber es ist besser auszuführen, weshalb ich diese Hoffnung hatte. Ich sah (nämlich), dass es dem Mann bei warmen Speisen, Heilmitteln und überhaupt diätetischen Maßnahmen schlechter, bei denen, die gute Säfte bilden, und den sogenannten katakerastikoi  aber besser ging. Ich sah aber auch, dass er vom Fasten Schaden nahm. Als er mir aber, weil ich etwas über die Form des Schmerzes zu erfahren suchte, sagte, dass er irgendwie beißend sei, wagte ich es also, der Hoffnung auf die wahre Erkenntnis noch viel näher gekommen, ihm von dem bitteren Heilmittel zu geben. Und als ich (dann) beobachtete, wie der Mensch offensichtlich Nutzen hatte, war ich überzeugt, sichere Kenntnis zu haben, welches der Zustand war.