Hierin ist die Stadt der Bewunderung würdig; aber nicht minder in anderem, denn wir sind Freunde des Schönen im Maße des Rechten und Freunde der Weisheit ohne der Weichheit zu verfallen. Vom Reichtum machen wir mehr zu gutem Werke Gebrauch als um in Worten damit zu prunken. Armut einzugestehen ist nicht schimpflich; doch ihr durch Arbeit nicht zu entfliehen ist mehr als schimpflich. Dieselben Männer machen es sich zur Pflicht ihre eigenen Angelegenheiten zugleich mit denen des Staates zu verwalten; die ändern aber, die dem Werk ihrer Hände obliegen müssen, sind darum nicht ohne Verstand in politischen Dingen. Denn wir allein sind es, die den der sich solchen ganz fernhält nicht für einen Ruheliebenden sondern für einen Unnützen erachten. Auf eigenem Urteil und auf eigener Überzeugung beruht unser Tun; und wir halten nicht die Rede für eine Gefahr für die Tat, sondern eher, nicht durch die Rede sich belehren zu lassen bevor man zur Tat schreitet« Denn auch dies ist unsere Art: da am freiesten zu wagen wo wir am besten durchdacht haben; bei ändern aber erzeugt nur die Unkenntnis den Wagemut, die Überlegung jedoch Zagen. Die seelische Kraft derer wird wohl mit Recht als die stärkste gerühmt,die das Schreckliche wie das Süße mit voller Klarheit erkennen und doch sich keiner Gefahr entziehen. Auch von der Tugend der Wohltätigkeit denken wir anders als die Meisten. Denn nicht Wohltat erleidend sondern Wohltat erweisend gewinnen wir Freunde. Beständiger ist der welcher die Gunst erwiesen hat; denn er ist gesonnen sich die Dankbarkeit dessen dauernd zu erhalten dem er gab. Der Empfänger indes ist weniger freudig insofern er nicht aus freier Gunst sondern nur in Entgegnung einer solchen gibt und Wohltat übt. Und wir allein vermögen weniger aus Berechnung als aus stolzem Freigefühl und ohne üble Deutung zu beglücken. —