<TEI xmlns="http://www.tei-c.org/ns/1.0" xmlns:py="http://codespeak.net/lxml/objectify/pytype" py:pytype="TREE"><text><body><div type="translation" xml:lang="deu" n="urn:cts:greekLit:tlg0003.tlg001.1st1K-ger2"><div type="textpart" subtype="book" xml:base="urn:cts:greekLit:tlg0003.tlg001.1st1K-ger2" n="1"><div type="textpart" subtype="chapter" xml:base="urn:cts:greekLit:tlg0003.tlg001.1st1K-ger2:1" n="95"><p>Da aber Pausanias anfing sich gewaltthätig zu betragen 149), <lb/> so brachte er alle Hellenen gegen sich auf, vornehmlich aber die Joner <lb/> und die übrigen, welche erst neuerlichst vom Könige befreit worden <lb/> waren, so daß diese die Athener angingen und sie aufforderten, <lb/> eingedenk der StammeSverwandtshcaft '2") den Oberbefehl über sie <lb/> anzunehmen und nicht ruhig zuzusehen, wenn Pausanias irgend wie <lb/> Gewalt brauchen wolle. Die Athener schenkten diesen Anträgen gern <lb/> Gehör und waren darauf bedacht, sowohl hieraus Nutzen zu ziehen, <lb/> als auch alles Uebrige auf die ihrem Vortheil am meisten entsprechende <lb/> Weise einzuleiten.</p><p>Inzwischen besohlen die Lakedämonier dem PausaniaS, nach <lb/> Hause zu kommen, damit er wegen des über ihn Vernommenen Rede <lb/> stehe; denn er war auch von den Hellenen, die nach Sparta kamen, <lb/> vieler Ungerechtigkeiten angeklagt worden, so daß seine Fcldherrnschaft <lb/> eher wie die Nachahmung einer Zwingyerrschaft ershcien. Es gelangte <note type="margin"> «77<lb/> v. <lb/> Chr. </note> <lb/> aber dieser Befehl zur Rückkehr zu derselben Zeit an ihn, als die <lb/> Bundesgenossen aus Haß gegen ihn zu den Athenern übergingen, mit^ <lb/> Ausnahme der Truppen aus dem Peloponnes. Da er nun nach <lb/> Lakedämon gekommen war, wurde er zwar wegen einiger persönlichen <lb/> Beleidigungen zur Strafe gezogen, in der Hauptsache jedoch <lb/> losgesprochen. Er war aber vornehmlich der Perserfreundschaft <lb/> angeklagt worden, und in der That zweifelte auch Niemand daran. Die <note type="footnote"> 148) Nnter AristeiveS und Kimon. Plutarch, Arist. 23. Im Frühling<lb/> Ol. 75. 3. Krüger, Sind. I, S. s? f. </note> <note type="footnote"> 149) S) Vgl. I, 130. </note> <note type="footnote"> 150) Die damals kleinasiatischen Joner hatten früher im Peloponnes ge- <lb/> wohnt, waren aber durch die Achaier, welche von den Herakliden aus Argoli»<lb/> und Lakonien vertrieben worden waren, ihrer Wohnsitze beraubt worden und<lb/> hatten sich nach Altika gewendet. Bon hier zogen sie später nach Kleinasien, <lb/> indem sie ihre Anführer aus Athen, und das heilige Feuer aus dem Pryra?<lb/> neum daselbst nahmen, so daß Athen als ihre Mutterstadt gelten konnte. <lb/> Vgl. Anm. lv. </note> <lb/> <pb n="92"/> Lakedämonier sandten ihn nun zwar nicht mehr als Feldherrn aus, <lb/> sondern an seiner Statt den Dorkis und einige Andere mit nicht <lb/> bedeutender Mannschaft, allein die Bundesgenossen fügten sich ihrem <lb/> Oberbefehle nicht. Da jene dies merkten, zogen sie sogleich wieder <lb/> ab, und nach ihnen schickten auch die Lakedämonier keine Andern mehr <lb/> aus, aus Furcht, ihre Leute möchten draußen verdorben werden, was <lb/> sie auch am Pausanias wirklich erfahren hatten außerdem <lb/> wünschten sie aber auch der Last des Perserkriegs ledig zu werden und <lb/> glaubten, daß die Athener, welche ihnen damals befreundet waren, für sich <lb/> im Stande seien, ihn zu Ende zu führen</p></div></div></div></body></text></TEI>