Auf diese Weise befestigten die Athener ihre Stadt innerhalb sehr kurzer Zeit. Auch sieht man dem Bau jetzt noch an/daß er eilig aufgeführt wurde, denn die Grundmauern sind aus allerlei Steinen zusammengefügt, hie und da auch aus ganz unbehauenen, wie sie grade Einer herbeibrachte. Auch viele Säulen von Grabmälern wurden eingemauert und selbst vom Bildhauer bearbeitete Steine, denn da die Ringmauer an allen Punkten über den ehemaligen Umfang der Stadt hinauSgerückt wurde, so schaffte man in'der Eile ohne Unterschied Alles herbei, was beweglich war." Auch vermochte sie ThemistokleS, den PeiräeuS völlig auszubauen, wozu schon früher während seiner einjährigen Regierung als Archont von Athen de? Anfang 481 v. Chr. gemacht worden war; denn da der Platz drei natürliche Häfen>'5") Alle fortbestehen, wie z. B. der deutsche Bund, so lange ein Umsturz der Bundesverfassung für alle Beteiligten, für die Mächtigsten wie für die Schwächsten, gleich große Gefahren hat. ' 140) lw) Ein Gerücht (Andokid. Z, 33), aufgegriffen von TheopompoS (Plutarch, Themist. IS) ließ die Lakedämonier durch Geld, Bestechung der Ephoren begütigt werden. Vgl. Krüger, hist. philol. Stud. II, C. III. — Wenn man sich vergegenwärtigt, was oben in der Anm. 137 über die antike Grundstimmung und deren Ursachen gesagt worden ist, so wird man eS begreiflich sinden, daß die List deS ThemistokleS gegen die antike Moral keineswegs verstieß, so w»nig.wie die Lügen deS OdysscuS. Und ich denke, auch heute noch wird Jeder gestehen, daß das Verfahren des ThemistokleS immer noch einen viel günstigeren Eindruck macht und den sittlichen Forderungen besser entspricht, als das Verfahren manches modernen und modernsten Ministers. 141) Ol.-74, 3. Krüger, h. ph. Sind. I, S- 13 . ff. 142) Zea, Aphrodision, Kantharos. Kruse, Hellas U, S. las s. (Kr.) hatte, so hielt er ihn für überaus geschickt, die Macht der Athener zu fördern, wenn sie sich erst dem Seewesen ganz gewidmet haben würden. Themistokles war nämlich der Erste, der eS auszusprechen wagte, daß man sich an das Meer halten müsse, und er selbst half noch sofort mit dem Bau den Anfang machen ^). Auf seinen Rath bauten sie auch die Mauer um den Peiräeus von der Dicke, wie sie noch jetzt zu sehen ist (indem zwei einander entgegenfahrende Wagen die Steine herbeischafften Zur Verbindung wurde weder Kalk noch Mörtel gebraucht, sondern die großen und winkelrecht behauenen Steine wurden neben und über einander gelegt und von außen durch eiserne Klammern und Blei US verbunden. Indessen wurde nur die Hälfte der Höhe erreicht, welche jener beabsichtigte ^6). er hatte gedacht durch Höhe und Dicke der Mauer allein die Angriffe der Feinde zu vereiteln, und daß dann eine geringe Zahl selbst der Untauglichsten zur Besatzung genügen werde, indem alle andern die Schiffe besteigen sollten. Auf die Flotte hatte er nämlich ein Hauptaugenmerk, weil er, wie mich dünkt, einsah, daß der Angriff der königlichen Streit- macht leichter zu Wasser als zu Lande erfolgen könne. Den Peiräeus hielt er deßhalb auch für wichtiger, als die obere Stadt, und oft redete er den Athenern zu, wenn sie einmal zu Lande überwunden wären, sollten sie sich in den Peiräeus hinabziehen und auf ihren Schiffen Allen die Spitze bieten. Auf diese Weise also kamen die Athener gleich nach dem Rückzug der Perser zu ihren Mauern und trafen auch sonst die nöthigen Vorkehrungen.