<TEI xmlns="http://www.tei-c.org/ns/1.0" xmlns:py="http://codespeak.net/lxml/objectify/pytype" py:pytype="TREE"><text><body><div type="translation" xml:lang="deu" n="urn:cts:greekLit:tlg0003.tlg001.1st1K-ger2"><div type="textpart" subtype="book" xml:base="urn:cts:greekLit:tlg0003.tlg001.1st1K-ger2" n="1"><div type="textpart" subtype="chapter" xml:base="urn:cts:greekLit:tlg0003.tlg001.1st1K-ger2:1" n="91"><p>Jene horten das an und glaubten eS dem ThemistokleS zu <lb/> Gefallen; als aber Andere ankamen und für ganz gewiß erzählten, daß <lb/> die Mauer doch gebaut werde und schon eine ansehnliche Höhe ge- <lb/> <pb n="88"/> winne, so konnten sie nicht mehr in Zweifel sein. Da Themistokles <lb/> dies erfuhr, so bat er sie, .sich doch nicht durch Gerüchte täuschen-zu <lb/> lassen, sondern lieber einige rechtschaffene Männer aus ihrer Mitte <lb/> abzuordnen, die zuverlässigen Bericht abstatten könnten über das, was <lb/> sie mit eigenen Augen.gesehen hätten. Solche sandten sieauch wirklich <lb/> ab; Themistokles aber ließ den Athenern heimlich die Weisung <lb/> zukommen, dieselben mit so wenig Aufsehen als möglich zurückzuhalten.und <lb/> sie nicht eher ziehen zu lassen, als bis sie selbst zurückgekehrt wären; <lb/> eS waren nämlich unterdessen auch seine Mitgesandten angekommen, <lb/> Habronichos, der Sohn des LyfikleS, und AristeideS, des Lysimachos <lb/> Sohn, und hatten ihm gemeldet, daß die Mauer schon hoch genug sei; <lb/> er fürchtete aber, die Lakedämonier möchten sie nicht mehr ziehen <lb/> lassen, wenn sie die Wahrheit erfahren hätten. Die Athener also hielten, <lb/> wie vorgeschrieben war, jene Gesandten zurück, und nun trat <lb/> ThemistokleS vor die Lakedämonier und erklärte frei und offen, ihre Stadt <lb/> sei jetzt befestigt und im Stande ihre Einwohner zu schirmen. Wenn <lb/> die Lakedämonier oder ihre Bundesgenossen künftig wieder einmal <lb/> Gesandte zu ihnen schicken wollten, so möchten sie bedenken,.daß sie zu <lb/> Leuten kämen, die recht wohl zu untershceiden wüßten, was ihr eigner <lb/> Vortheil und was das gemeinsame Wohl von Hellas erheische. Als <lb/> eS ihnen damals rathsamer geschienen habe, ihre Stadt zu verlassen <lb/> und die Schiffe zu besteigen, hätten sie diesen Entschluß ohne Zuthun <lb/> der Lakedämonier zu fassen und auszuführen gewagt, und so oft sie <lb/> sich später mit jenen gemeinsam berathen, hätten sie sich an Einsicht <lb/> Keinem nachstehend gezeigt. So ershceine es ihnen denn anch jetzt <lb/> rathsamer, daß ihre Stadt Mauern habe, und das werde sich auch für <lb/> die gesammten Bundesgenossen nicht weniger, als für die eigenen <lb/> Bürger, nutzbringender erweisen. ,Denn ohne daß die Einzelnen auf <lb/> gleicher Stufe der Verteidigungsfähigkeit stünden, sei eS nicht <lb/> möglich, in Bezug auf. das gemeinsame Beste ähnliche oder <lb/> übereinstimmende Beschlüsse zu fassen ^). Entweder durften alle Bundesgenossen <lb/> 139) Politische« Hauptgeseh, an welchem schließlich jeder Bund ungleicher<lb/> Mächte Schiffbrnch leidet, zumal wenn die Bundesglieder aus sich eine ständige <lb/> berathende und beschließende BundeSbehörde cvnstituiren. Nur so lange irgend<lb/> ein Hauptinteresse, an welche« sich die Existenz selber knüpft, allen Gliedern <lb/> gemeinsam ist, kann ein solcher Bund unter thats.ichtich gleichem Recht für <lb/> <pb n="89"/> keine Befestigungswerke haben, oder man müsse auch ihr jetziges <lb/> Verfahren gut heißen..</p></div></div></div></body></text></TEI>