<TEI xmlns="http://www.tei-c.org/ns/1.0" xmlns:py="http://codespeak.net/lxml/objectify/pytype" py:pytype="TREE"><text><body><div type="translation" xml:lang="deu" n="urn:cts:greekLit:tlg0003.tlg001.1st1K-ger2"><div type="textpart" subtype="book" xml:base="urn:cts:greekLit:tlg0003.tlg001.1st1K-ger2" n="1"><div type="textpart" subtype="chapter" xml:base="urn:cts:greekLit:tlg0003.tlg001.1st1K-ger2:1" n="90"><p>Da aber die Lakedämonier von diesem Vorhaben erfuhren, <lb/> so schickten sie, einestheilS weil sie selbst eS lieber gesehen hätten, daß <note type="footnote"> 136) Vgl. I. 2Z Schluß. </note> <note type="footnote"> 137) Die Kapitel 89 — 118 enthalten eine Episode über die (fast) fünfzig <lb/> Jahre zwischen dem zweiten verlischen und dem peloponnesifchen Kriege, an, <lb/> knüpfend an Hund. S, &gt;14. Eine genauere Erörterung dieser Partie, beson» <lb/> der« rücksichtlich der Chronologie, in Krüger'S histor. philol. Studien l, <lb/> S.I — 228. </note> <note type="footnote"> 138) AuS Salamis, Aegina, Bösen. </note> <lb/> <pb n="87"/> weder jene noch überhaupt sonst Jemand Mauern habe, viel mehr <lb/> aber noch, weil ihre Bundesgenossen dazu antrieben, und aus Furcht <lb/> vor der Uebermacht der Flotte, welche jene sich geschaffen hatten, und <lb/> vor der kühnen Entschlossenheit, die sie im Perserkriege gezeigt, eine <lb/> Gesandtschaft mit dem Ansinnen, nicht nur selbst keine Mauern zu <lb/> bauen, sondern ihnen auch die Ringmauern der Städte außerhalb des <lb/> Peloponnes, wo solche vorhanden wären, niederreißen zu helfen. Zbre <lb/> eigentliche Absicht und argwöhnischen Gedanken offenbarten sie den <lb/> Athenern nicht, sondern es sei daran gelegen, daß der Barbar, wenn <lb/> er einmal wiederkommen sollte, keinen festen Punkt vorfände, auf <lb/> welchen er, wie das letzte Mal auf Theben, sich stützen könne; der <lb/> Peloponnes, meinten sie, genüge für alle Hellenen als Zufluchtsort <lb/> und Ausgangspunkt der Kriegsunternehmungen. Die Athener nun <lb/> entließen auf des ThemistokleS Rath für dies Mal die Lakedämonier <lb/> auf der Stelle, indem sie ihnen zur Antwort gaben, sie wollten des <lb/> Vorgebrachten wegen selbst Gesandte zu ihnen schicken. Weiter ordnete <lb/> ThemistokleS an, ihn selbst so schnell als möglich nach Sparta <lb/> abzusenden, die andern außerdem zu wählenden Gesandten aber nicht <lb/> sogleich mitzuschicken, sondern noch so lange zurückzuhalten, bis die <lb/> Mauer auf die erforderliche Höhe gebracht worden wäre, um.sich im <lb/> Nothfall vertheidigen zu können. Bauen helfen sollten aber Alle und <lb/> Jegliche in der Stadt, in eigner Person und mit Weib und Kind, <lb/> und weder das eigene Haus, noch öffentliche Gebäude sollten sie <lb/> schonen, wenn es irgendwie nutzbringend zum Werke sei, sondern Alles <lb/> niederreißen. Nachdem er dies angeordnet und zu verstehen gegeben <lb/> hatte, daß er alles Uebrige dort selbst ^besorgen werde, reiste er ab. <lb/> In Sparta angekommen, stellte er sich nicht sogleich bei der Regierung <lb/> vor, sondern verschob es und brauchte allerlei Ausflüchte, und wenn <lb/> ihn ein RegierungSbeamter fragte, warum er sich denn an sie nicht <lb/> wende, so gab er zur Antwort, er warte nur noch aus seine <lb/> Mitgesandten: dieselben seien irgend einer Verhinderung wegen <lb/> zurückgeblieben, er sehe jedoch ihrer Ankunft jeden Augenblick entgegen, und <lb/> wundere sich sehr, daß sie noch nicht da seien.</p></div></div></div></body></text></TEI>