<TEI xmlns="http://www.tei-c.org/ns/1.0" xmlns:py="http://codespeak.net/lxml/objectify/pytype" py:pytype="TREE"><text><body><div type="translation" xml:lang="deu" n="urn:cts:greekLit:tlg0003.tlg001.1st1K-ger2"><div type="textpart" subtype="book" xml:base="urn:cts:greekLit:tlg0003.tlg001.1st1K-ger2" n="1"><div type="textpart" subtype="chapter" xml:base="urn:cts:greekLit:tlg0003.tlg001.1st1K-ger2:1" n="75"><p>„Verdienten es also, ihr Lakedämonier, unsere Hingebung <lb/> und unsere einsichtigen Anschläge nicht, daß die Herrschaft, welche wir <lb/> jetzt besitzen, für die Hellenen kein Gegenstand solchen Neides wäre? <lb/> Wir haben sie ja nicht mit Gewalt an uns gerissen, sondern sie nur <lb/> übernommen, da ihr, was gegen den Barbaren noch zu thun übrig <note type="footnote"> 120). Herod. Vlll, Ha. Plutarch. Themist. 17 (Poppo.) — Da an<lb/> dem späteren Unrecht gegen ThemistokleS Sparta nicht weniger betheiligt war, <lb/> als Athen lvgl. I, 135), so brauchten die Athener hier keine Einwürfe zu<lb/> befürchten. </note> <lb/> <pb n="75"/> blieb, nicht zu Ende führen wolltet, und weil die Bundesgenossen uns <lb/> von freien Stücken angingen und baten, die Anführung zu <lb/> übernehmen. Weiterhin sind wir aber durch die Umstände selbst gezwungen <lb/> worden, diese erst überkommene Macht auf den jetzigen Stand zu <lb/> bringen, vornehmlich aus Besorgniß um unsere eigene Sicherheit, dann <lb/> auch, um unsere Ehre zu wahren, und endlich, weil es unser Vortheil <lb/> erheischte. Denn da wir den Meisten verhaßt, Einige auch schon von <lb/> uns abgefallen und mit Gewalt zur Unterwerfung gebracht waren, so <lb/> schien es nicht mehr mit unserer Sicherheit verträglich, durch Aufgeben <lb/> der Herrschaft über sie uns neue Gefahren zu erwecken '), da auch <lb/> ihr gegen uns nicht mehr gleich freundliche Gesinnung trüget, sondern <lb/> bereits Mißtrauen und Zwist zwischen uns getreten war; denn es <lb/> wären dann Alle euch zugefallen. Es sollte aber gegen Niemanden <lb/> Neid erwecken, wenn er im Angesicht der größten Gefahren seinen <lb/> Vortheil zu sichern sucht."</p></div></div></div></body></text></TEI>