<TEI xmlns="http://www.tei-c.org/ns/1.0" xmlns:py="http://codespeak.net/lxml/objectify/pytype" py:pytype="TREE"><text><body><div type="translation" xml:lang="deu" n="urn:cts:greekLit:tlg0003.tlg001.1st1K-ger2"><div type="textpart" subtype="book" xml:base="urn:cts:greekLit:tlg0003.tlg001.1st1K-ger2" n="1"><div type="textpart" subtype="chapter" xml:base="urn:cts:greekLit:tlg0003.tlg001.1st1K-ger2:1" n="73"><p>„Der Zweck unserer Gesandtschaft ist nicht, dem zu wider-<lb/> sprechen, was eure Bundesgenossen vorgebracht haben, sondern die<lb/> Besorgung der Angelegenheiten unseres Staates, mit denen wir<lb/> betraut sind; da wir aber gehört haben, daß kein kleines Geschrei gegen<lb/> uns erhoben worden sei, so sind wir hiemit aufgetreten, nicht um die<lb/> Beschwerden der Städte zu widerlegen, — denn ihr wäret ja auch<lb/> nicht die Richter, vor welchen in diesem Falle wir und jene zu reden<lb/> hätten, — sondern damit ihr in so wichtigen Dingen euren<lb/> Bundesgenossen nicht allzuleicht Glauben schenken und etwas Nachtheiliges<lb/> beschließen möget. Zugleich wollen wir aber auch gegenüber all dem <lb/> <pb n="73"/> Gerede, das ihr angehört habt, zeigen, daß unser. Besitz nicht <lb/> unrechtmäßig erworben ist, und daß unser Staat seinerseits wohl auch <lb/> Berücksichtigung verdient. Von den ältesten Zeiten reden wir gar nicht, <lb/> denn wir müßten uns dabei mehr auf die Zeugenschaft der Sage <lb/> berufen, als ans die eigene Anschauung unserer Zuhörer; von den <lb/> Perserkriegen aber und von dem, was ihr selbst noch miterlebt habt, <lb/> müssen wir wohl reden, wenn es vielleicht auch lästig sein sollte, da <lb/> ihr es euch bei jeder Gelegenheit müßt vorrücken lassen. Als wir jene <lb/> Thaten ausführten, unterzogen wir uns der Gefahr des allgemeinen <lb/> Vortheils halber, und da auch ihr von diesem thatsächlich mitgenvssen <lb/> habt, so wollen wir uns wenigstens nicht die Erlaubniß nehmen lassen, <lb/> davon zu reden, wenn es Vortheil bringen kann. Wir werden aber <lb/> das nicht vorbringen, um uns in ein günstiges Licht zu stellen, <lb/> sondern mehr um euch ein Beispiel und einen Beweis zu geben, mit wem <lb/> ihr es zu thun haben werdet, wenn ihr nicht den rechten Entschluß <lb/> faßt. Wir sagen also, daß bei Marathon wir allein US) es waren, <lb/> die für die Andern gegen den Barbaren gekämpft haben; und als er <lb/> zum zweiten Male kam, und wir nicht stark genug waren, ihm zu <lb/> Lande entgegenzutreten, so sind wir bis auf den letzten Mann zu <lb/> Schiffe gegangen, um bei Salamis mitzukämpfen, und das allein war <lb/> eS, was die Perser gehindert hat, von einer Stadt zur andern zu <lb/> schissen und den Peloponnes zu verwüsten; denn ihr wäret dann nicht <lb/> im Stande gewesen, gegen so viele Schiffe euch einander zu Hilfe zu <lb/> kommen. Den deutlichsten Beweis davon aber hat der Barbar selbst <lb/> gegeben, denn als er in der Seeschlacht besiegt war, hat er, als ob er <lb/> nun nicht mehr gleich mächtig sei, mit dem größeren Theile seines <lb/> Heeres den Rückzug angetreten."</p></div></div></div></body></text></TEI>