<TEI xmlns="http://www.tei-c.org/ns/1.0" xmlns:py="http://codespeak.net/lxml/objectify/pytype" py:pytype="TREE"><text><body><div type="translation" xml:lang="deu" n="urn:cts:greekLit:tlg0003.tlg001.1st1K-ger2"><div type="textpart" subtype="book" xml:base="urn:cts:greekLit:tlg0003.tlg001.1st1K-ger2" n="1"><div type="textpart" subtype="chapter" xml:base="urn:cts:greekLit:tlg0003.tlg001.1st1K-ger2:1" n="68"><p>Eure Rechtlichkeit in den eigenen StaatSgeschäften und in<lb/> eurem Verkehr unter einander macht euch, ihr Lakedämonier,<lb/> mißtrauisch gegen uns Andere, wenn wir einmal etwas vorzubringen<lb/> haben, und ihr könnt euch darum zwar eurer Mäßigung rühmen, aber<lb/> ihr seid dafür auch über auswärtige Angelegenheiten sehr schlecht unter- <note type="footnote"> Einfälle von Seiten der Korinther zuzog. Wie Korinth hatte auch Megara <lb/> zwei Häfen, Nisäa am Aegäischen, und Pegä am Korinthischen Meer. </note> <note type="footnote"> "2) Das vielberufene Megarische PsephiSma (Krüger, Sind. I, S. lSS. <lb/> Ulrich, das Megar. Pseph.. S. ZI ff) war den Megarern, die zum nicht <lb/> geringen Theil von ihrem Naturalienabsatz auf dem Attischen Markte lebten, <lb/> höchst empfindlich. Kaum weniger bitter empfanden später aber auch die kom <lb/> sumirenden Athener den Abgang manches Artikels. Schmuggel fand natürlich <lb/> Statt, aber gewiß nicht ohne Preiserhöhung. Sykophaiiten (falsche Ankläger, <lb/> Spitzel), eine damals in Athen sehr zahlreiche Menschensorte, paßten den <lb/> Schmugglern und Käufern auf. ArlstophaneS, Acharn. &gt;57 ff. <lb/> Hier, sag' ich, gab eS Bursche — schlechte Münze, <lb/> Verrufnes Lumpengeld, hier eingeschwärzt: <lb/> Durchschnüffelt haben die ten Megarern <lb/> Die Jacken; wo sie eine Gurke sah'n, <lb/> Ein Häschen, Ferkel, Knoblauch oder Salz, <lb/> Gleich war'S, „aus Megara" und konfiScirt. <lb/> Der Bauer DikaiopoliS, der die schmalen Nationen satt hat, macht sich in der <lb/> Komödie seinen eigenen Markt. Ach. 7lS. <lb/> Das wären denn die Gränzen meines Markt«! <lb/> Und freien Handel haben hier mit mir <lb/> Die Peloponnesier, Megarer, Böotier, <lb/> Mit mir, versteht sich, nicht mir LamachoS, <lb/> (der im Krieg lebt und webt) <lb/> Als Marktaufseher stell' ich an, durch'« LooS <lb/> Gewählt, drei tüchtige NindSlederpeitschen <lb/> (für die Aufpasser). <lb/> Kein Sykophant betrete diesen Platz, <lb/> Kein Spürhund, der nach fremden Waaren schnüffelt. </note> <lb/> <pb n="67"/> richtet ' Wir haben euch oft vorausgesagt, was uns von den <lb/> Athenern Schlimmes drohe, aber ihr habt euch in keinem einzigen <lb/> Falle über die Wahrheit dessen, was wir vorbrachten, unterrichten <lb/> mögen, sondern hattet uns im Verdacht, als ob wir nur unseres <lb/> eigenen Vortheils wegen redeten, und so habt ihr denn auch jetzt die <lb/> Bundesgenossen hier versammelt, nicht vor erlittenem Schaden, <lb/> sondern da wir schon tief darin stecken. Unter den Bundesgenossen steht <lb/> es aber vor Allen uns zu, das Wort zu führen, da wir durch der <lb/> Athener Uebermuth und eure Vernachlässigung das Schwerste zu <lb/> leiden haben. Wenn nun die Ungerechtigkeiten der Athener gegen das <lb/> gesammte Hellas im Verborgenen geschähen, so bedürstet ihr als <lb/> dessen Unkundige der Belehrung; was braucht's aber jetzt einer langen <lb/> Rede, da von denen, die ihr vor euch seht, die Einen ' schon <lb/> unterjocht sind, den Andern aber und vorzüglich unseren Bundesgenossen <lb/> dasselbe Schicksal bereitet wird, und da ihr jene seit langer Zeit <lb/> gerüstet wisset für den Fall, daß sie ja einmal ^von euch^ wirklich <lb/> bekriegt werden sollten. Denn wie hätten sie uns Kerkyra mit Gewalt <lb/> wegnehmen und Potidäa belagern können, von denen dieses zur <lb/> Benutzung gegen Thrakien die günstigste Lage hat, nnd jenes den <lb/> Peloponnesiern leicht eine sehr starke Flotte hätte stellen können?</p></div></div></div></body></text></TEI>