„Da euch also alle Umstände einen glücklichen Krieg verheißen, und wir gemeinschaftlich euch dazu ermuntern, weil ohne allen Zweifel sowohl für die Staaten, als für die Einzelnen das Heil hierauf beruht, so steht nicht länger an, den Potidäern zu Hilfe zu eilen, — sie sind Dorier und'werden von Jonern belagert, während früher das Gegentheil vorzukommen pflegte, — und sichert auch den Andern ihre Freiheit! Denn es ist schon nicht mehr an der Zeit, noch länger zuzusehen, während die Einen schon Bedrängniß leiden und den Andern gewiß dasselbe angethan wird, sobald nur bekannt ist, daß wir zwar hier zusammengekommen sind, aber nicht den Muth hatten, zu den Waffen zu greifen. Ueberlegt also, ihr Männer und Bundesgenossen, daß die Zeit der höchsten Noth schon gekommen und daß dieser Rath der beste ist, und beschließt den Krieg. Fürchtet nickt die Gefahr des nächsten Augenblicks, sondern habt den bleibenden 196) Die Korinther nämlich. Frieden im Auge, den der Krieg uns bringen wird. Denn aus dem Krieg gewinnt der Frieden neue Stärke; aus Liebe zur Ruhe aber nicht kriegen wollen, hat mehr Gefahr. Zweifelt nicht daran, daß der Staat, der sich zum Zwingherrn in Hellas aufgeworfen hat, nicht Alle gleicherweise zu knechten gedenke. Wenn er die Einen bereits beherrscht, so sinnt er daraus, den Andern dasselbe Schicksal zu bereiten. So laßt uns also den Feind angreifen und demüthigen, damit wir selbst fernerhin in Frieden wohnen mögen und den schon geknechteten Hellenen die Freiheit wieder schaffen."