<TEI xmlns="http://www.tei-c.org/ns/1.0" xmlns:py="http://codespeak.net/lxml/objectify/pytype" py:pytype="TREE"><text><body><div type="translation" xml:lang="deu" n="urn:cts:greekLit:tlg0003.tlg001.1st1K-ger2"><div type="textpart" subtype="book" xml:base="urn:cts:greekLit:tlg0003.tlg001.1st1K-ger2" n="1"><div type="textpart" subtype="chapter" xml:base="urn:cts:greekLit:tlg0003.tlg001.1st1K-ger2:1" n="121"><p>„Wir aber beginnen den Krieg, weil wir an unsern <lb/> siechten gekränkt sind und erhebliche Beschwerden haben, ind wenn erst <lb/> die Athener von uns bestraft und zurückgewiesen sind, weiden wir <lb/> schon rechtzeitig Frieden machen. Daß aber der Sieg uns znsallen <lb/> muß, ist aus vielen Gründen wahrscheinlich; denn für's Erste sind wir <lb/> ihnen an Zahl und KrkgSerfahrung überlegen, und dann sind wir <lb/> Alle gleicher Weise bereit, den Befehlen zu gehorchen lind auch <lb/> eine Flotte, worin die Stärke jener liegt, werden wir nnS leicht <lb/> verschaffen, theils aus den Mitteln, welche den Einzelnen unter uns zur <lb/> Verfügung stehen, theils ans den Schätzen von Delphi nnd <lb/> Olympia. Denn vermittelst einer Anleihe werden wir im Stande sein, <lb/> ihnen durch höhere Löhnung ihr fremdes Seevolk abwendig zu <lb/> machen, da ja die Athenische Macht mehr aus Söldneru, als ans <lb/> Einheimischen besteht. Der unsrigen hingegen könnte dies nicht so leicht <lb/> widerfahren, da sie mehr auf unseren eigenen Leuten, als auf Geldmitteln <lb/> beruht. Aller Wahrscheinlichkeit nach wird Eine Seeschlacht genügen, <lb/> sie zu Grunde zu richten. Sollten sie aber doch länger Stand halten, <lb/> . nun, so werden wir uns auch um so längere Zeit im Seewesen üben, <lb/> und wenn wir es ihnen hierin erst einmal in Geschicklichkeit gleich <lb/> gethan haben, so werden wir ihnen durch unsern Muth ganz gewiß <lb/> obsiegen. Denn einen Vorzug, der uns angeboren ist, dürsten sich jene <lb/> wohl nicht anlernen können; was sie aber an Geschicklichkeit voraus <lb/> haben, müssen wir durch Uebung zu erwerben trachten. Die nöthigen <lb/> Geldmittel werden wir schon herbeischaffen, oder es wäre doch fürwahr <lb/> sehr schlimm, wenn die Athenischen Bundesgenossen, die zur <lb/> Befestigung ihrer eigenen Knechtschaft beisteuern, nicht im Rückstand bleiben, <lb/> und wir unser Geld schonen wollten, wo es sich um Bestrafung unserer <lb/> Feinde und um unsere eigne Rettung handelt, und wo es darauf <lb/> ankommt, uns eben dieser Geldmittel nicht berauben zu lassen, damit <lb/> man uns mit unserem eigenen Gut nicht wehe thue".</p></div></div></div></body></text></TEI>