<TEI xmlns="http://www.tei-c.org/ns/1.0" xmlns:py="http://codespeak.net/lxml/objectify/pytype" py:pytype="TREE"><text><body><div type="translation" xml:lang="deu" n="urn:cts:greekLit:tlg0003.tlg001.1st1K-ger2"><div type="textpart" subtype="book" xml:base="urn:cts:greekLit:tlg0003.tlg001.1st1K-ger2" n="1"><div type="textpart" subtype="chapter" xml:base="urn:cts:greekLit:tlg0003.tlg001.1st1K-ger2:1" n="118"><p>Nach diesen Vorfällen nun verflossen nur wenige Jahre <lb/> bis zu den vorerzählten Ereignissen wegen Kerkyra? und Potidäa's, <lb/> und was sonst Alles zu diesem Kriege den Vorwand hergab. Alle diese <lb/> Ereignisse aber, sowohl was die Hellenen gegen einander, als auch <lb/> was sie gegen den Barbaren ausführten, fallen in den Zeitraum von <lb/> fünfzig Jahren, welcher zwischen des XerxeS Rückzug und dem Anfange <lb/> dieses Krieges liegt, und es gelang den Athenern während dieser Zeit <lb/> ihre Herrschaft nach Aussen fester zu begründen und selbst zu hoher <note type="footnote"> Da die Schiffeeinrichtung nicht der Art war, daß die Mannschaft an<lb/> Bord hinreichend bequem eristiren konnte, so wurde bei solchen Landungen ein<lb/> sogenanntes SchiffSlager hergestellt, d. h. die Mehrzahl der Schiffe wurde an'ö<lb/> Land gezogen und durch eine Pallisadenverschanzung gegen lleberrumpelung ge. <lb/> schützt. Die Mannschaft kampirte ans dem Land, und zur See versahen einige <lb/> noch völlig gerüstete Schiffe die Wache. Im vorliegenden Falle scheinen die<lb/> Athener die Landverschanzung vernachlässigt zu haben, so daß sämmtliche Schiffe, <lb/> um nicht von den Samiern zu Lande genommen und in Brand gesteckt zu<lb/> werden, in'S Wasser gezogen werden mußten, wo sie denn auch, wie sie einzeln<lb/> anrnderten, leicht besiegt werten konnten. </note> <note type="footnote"> 188*) Dieser ThiikydideS ist nicht der Verfasser dieses Geschichtkwerkö, <lb/> sondern der Sohn des Melesias, der politische Gegner des PerikleS. </note> <lb/> <pb n="110"/> Macht emporzusteigen. Die Lakedämonier nun übersahen dies zwar<lb/> nicht, traten ihnen aber auch nicht in den Weg, außer in schwacher<lb/> Weise sondern schauten die meisten Jahre her ruhig zu, einmal, <lb/> weil sie schon vorher nicht schnell waren, sich zum Kriege zu<lb/> entschließen, außer wenn sie dazu gezwungen wurden, dann auch, weil sie<lb/> durch einheimische Kriege &gt;90) daran verhindert waren, bis endlich die<lb/> Macht der Athener sich deutlich vor ihnen erhob und ihre eigene <lb/> BundeSgenossenschaft antastete. Jetzt aber glaubten sie nicht mehr zusehen<lb/> zu dürfen, sondern mit allem Ernst an's Werk gehen zu müssen und<lb/> jene Macht, wenn sie es vermöchten, durch eben diesen Krieg zu<lb/> stürzen.</p><p>Die Lakedämonier selbst nun hatten zwar schon entschieden, daß<lb/> die Verträge gebrochen und die Athener im Unrecht seien; doch<lb/> schickten sie auch nach Delphi, den Gott zu fragen, ob der Krieg ihnen<lb/> Vortheil bringen werde. Dieser gab, wie erzählt wird, zur Antwort: wenn<lb/> sie kräftig und mit Festigkeit den Krieg führten, so werde der Sieg<lb/> ihnen gehören, und er selbst wolle, angerufen oder ungerusen, aus ihrer<lb/> Seite kämpfen ^I</p></div></div></div></body></text></TEI>