<TEI xmlns="http://www.tei-c.org/ns/1.0" xmlns:py="http://codespeak.net/lxml/objectify/pytype" py:pytype="TREE"><text><body><div type="translation" xml:lang="deu" n="urn:cts:greekLit:tlg0003.tlg001.1st1K-ger2"><div type="textpart" subtype="book" xml:base="urn:cts:greekLit:tlg0003.tlg001.1st1K-ger2" n="1"><div type="textpart" subtype="chapter" xml:base="urn:cts:greekLit:tlg0003.tlg001.1st1K-ger2:1" n="112"><p>Nachdem unterdessen drei Jahre verflossen waren' kam <note type="footnote"> 178) In diese Jahre fällt die Ausführung von Klernchen td. i. Loosinhaber <lb/> oder Kolonisten, denen ein bestimmtes AckerlooS zugetheilt wurde) nach dem <lb/> ChersviineS durch PerikleS, von andern nach Enboa und NaxoS durch TolmideS. <lb/> Diodor IlI, 88. Plutarch, Perikl. IlI, &gt;9. Pansan. I, 27. 6. (Kr.) — Die <lb/> Kleruchien unterschieden sich von den eigentlichen Kolonien. Diese letzteren, <lb/> wenn sie nicht die Auswanderung einer unzufriedenen oder ausgetriebenen Partei <lb/> waren, dienten entweder dazu, ein sich heranbildendes Proletariat auf gute <lb/> Weise und zu beiderseitiger Zufriedenheit loszuwerden, oder um Handel und <lb/> Verkehr in bestimmten Gegenden zu sichern und zu erleichtern. In den meisten <lb/> Fällen wurden beide Bortheile zugleich erreicht. Sehr okt wurden auch Fremde <lb/> zur Theilnahme aufgefordert. Das Abhängigkeitsverhältniß der Kolonie vom <lb/> Mutterstaat war ein sehr loses. So lang die Kolonie zu schwach war, sich <lb/> selbst zu schuhen, mußte sie sich größere Abhängigkeit gefallen lassen. Sonst <lb/> galt Gleichheit und Gegenseitigkeit. (Vgl. Anm. 68.) — Ganz anders war <lb/> es bei den Kleruchien. Das ganze Gebiet eines eroberten Staates oder eine <lb/> gewonnene Insel wurde in gleiche Ackerloose an Athenische Bürger vertheilt, <lb/> die nach wie vor Bürger und im engsten Zusammenhang nicht nur mit Athen <lb/> überhaupt, sondern auch mit den dortigen engeren Verbänden, Deinen und <lb/> Phulen, denen sie angeliörten, blieben, wenn sie auch unter sich wieder eine <lb/> besondere bürgerliche Gemeinde bildeten nnd deren innere Angelegenheiten selbst <lb/> besorgten. Viele blieben auch ganz in Attika wohnen, indem sie den <lb/> nenerworbenen Grundbesitz verpachteten, oder hielten sich bald hier, bald dort ans. <lb/> Doch ist selbstverständlich, daß diejenigen Kleruchen, welche zu Athen kein <lb/> liegendes Vermögen zurückließen, — und das muß wohl bei der größeren Zahl der <lb/> Fall gewesen sein, — den bleibenden Aufenthalt auf ihrem Ackerloose nahmen, <lb/> ohne welche» Umstand auch der eigentliche Zweck der Behauptung des neu-</note> <pb n="104"/> <note type="margin"> 45l <lb/> v. <lb/> Chr. </note> <lb/> zwischen den Peloponnesiern und. Athenern ein fünfjähriger<lb/> Waffenstillstand zum Abschluß, und da nun die Athener den Krieg aus<lb/> Hellenischem Boden einstellten, so unternahmen sie mit zweihundert eige­ <note type="margin"> 450v. <lb/> Chr. </note> <lb/> nen und Bundesgenossenfchiffen unter des Kimon Anführung einen Zug<lb/> gegen Kypros. Sechzig von diesen Schiffen gingen nach Aegypten<lb/> ab, da Amyrtäos, der König in den Sumpfgegenden, sie verlangt <note type="margin"> 419 v. <lb/> Chr. </note> <lb/> hatte, die übrigen belagerten Kition ^CHittH. Als aber unterdessen<lb/> Kimon starb und auch eine Hungersnoth entstand, so zogen sie von<lb/> Kition ab, fuhren auf die Höhe von Salamis ^Famagusta^ auf der<lb/> Insel KyproS und lieferten den Phönikern und Kilikiern zugleich eine<lb/> Schlacht zur See und aus dem Festlande, und da sie auf beiderlei , <lb/> Art gesiegt hatten, kehrten sie wieder nach Haufe zurück, und mit ihnen<lb/> auch die Schiffe, welche von Aegypten zurückgekommen waren.</p><p><note type="margin"> 448 <lb/> v. <lb/> Chr. </note> Danach führten die Lakedämonier den sogenannten heiligen<lb/> Kriegszug aus, bemächtigten sich des Heiligthums in Delphi und<lb/> übergaben es den Delphiern. Nachdem sie aber wieder abgezogen waren, <lb/> zogen die Athener ihrer Seits zu Felde, siegten und übergaben das<lb/> Heiligthum wieder den Phokiern <note type="footnote"> erworbenen Gebietes kaum erreicht werden konnte. Die alten Bewohner <lb/> wurden entweder ganz aufgerieben — so zu Skione und aus MeloS, Th»k»d. V, <lb/> se. I&gt;6 — oder ausgetrieben — wie aus Aegina II, 27 — oder sie blieben <lb/> als zinSpflichtige Pachtbauern &lt;wie III, 50). Die Zahl der Kleruchen war osr <lb/> sehr groß: so gingen deren Ivvv nach Euböa, um die Ländereien der <lb/> chalkidischen Hippoboten in Besitz zu nehmen (Herod. V, 77). 2V00 sandte PerikleS <lb/> nach Histiäa. Platon'S Vatcr und AristophaneS waren Kleruchen auf Aegina. <lb/> — ES leuchtet ein, wie geschickt diese, besonders von PerikleS in demokratischem <lb/> Sinn ausgebeutete Maßregel war, die Macht Athens rasch zu heben. </note> <note type="footnote"> 179) Es ist oben cAnm. 50*) schon gesagt worden, daß in den letzten <lb/> Jahrhunderten der Einfluß der Orakel ans politische und sociale Verhältnisse <lb/> gestiegen war. Vor Allen war daS apollinische Orakel zn Delphi so zu sagen <lb/> zur höchsten Instanz geworden, bei welcher sich sämmtliche hellenische Staaten, <lb/> ja auch daS italische »ud barbarische Ausland Raths erholten. ES ist nicht <lb/> gut denkbar, daß dieses Institut zu so hohem Ansehen gelangt sein könnte, <lb/> ohne daß dessen Borsteher ihren Rath in allen Dingen nicht nur mit großer <lb/> Sachkenntnis: und ans reichster Erfahrung, sondern anch unparteiisch und sogar <lb/> im Sinne ächter Humanität, wenigstens lange Zeit hindurch, gegeben hätten. <lb/> Da aber auch bei der besten Tradition und der sorgfältigsten Auswahl der <lb/> Mittelspersonen Schlechte imr unterlaufen, so wird wohl auch früher schon <lb/> Betrug lind Bestechung vorgekommen sein. K. F. Hermann sagt: „Wcun </note> </p><pb n="105"/></div></div></div></body></text></TEI>